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Nestlé weiter auf Wachstumskurs – Aktien geben nach

Der Umsatz des Schweizer Lebensmittel-Giganten Nestlé ist bis Ende September um 11 Prozent auf 67,6 Milliarden Franken angestiegen. Einige Aktionäre nutzen die gute Nachricht für Gewinnmitnahmen.

Der Umsatz des Nahrungsmittelmultis Nestlé ist auch im dritten Quartal scheinbar ungebremst gestiegen. Von Januar bis September hat der Konzern 11 Prozent mehr umgesetzt als noch vor einem Jahr. Dabei haben auch Wechselkurseffekte den ausgewiesenen Umsatz positiv beeinflusst.

Organisch, sprich ohne Akquisitionen, wuchs der Lebensmittelkonzern insgesamt um 6,1 Prozent, wie es heute in der Mitteilung des Konzerns mit Sitz in Vevey VD hiess. In den Industrieländern betrug das Plus dabei 2,4 Prozent, in den aufstrebenden Märkten und Entwicklungsländern stieg der Umsatz um 11,7 Prozent.

Exemplarisch zeigt sich diese Entwicklung in Nord- und Südamerika. Während sich das klassische Lebensmittelgeschäft in den USA und Kanada für Nestlé eher schleppend entwickelte, wird für Lateinamerika für die gleichen Produktekategorien ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich ausgewiesen.

Erfolg mit Mineralwasser

Dazu kommt der Absatz von Wasser, Babynahrung und weiteren separat vom klassischen Lebensmittelgeschäft geführten Produkte. Dieser steigt sowohl in den aufstrebenden Märkten wie Brasilien oder Mexiko als auch in Nordamerika beträchtlich.

Erfolgreich ist Nestlé etwa mit der US-amerikanischen Mineralwasser-Marke Poland Spring, dessen Umsatzentwicklung in der Medienmitteilung speziell hervorgehoben wurde. Und mit Innovationen bei der Verpackung von Gerber-Produkten konnte Nestlé in den USA selbst mit Babynahrung noch ein Umsatzwachstum erzielen.

Nespresso boomt weiterhin

Ähnlich zeigt sich die Situation auch auf den anderen Kontinenten. In Industrieländern punktet Nestlé mit Produkten abseits klassischer Lebensmittel. Für die Nespresso-Kaffeekapseln wird weiterhin ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich ausgewiesen, 28 neue Kaffekapseln-Boutiquen wurden heuer bereits eröffnet.

In den Entwicklungsländern dagegen ist Nestlé äusserst erfolgreich, wenn es darum geht, Anteile an den sich schnell entwickelnden Absatzmärkten zu sichern. Sichtbar ist das besonders gut in Asien. Dort fokussiert der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern stark auf den schnellen Aufbau von Produktionskapazitäten und des Vertriebsnetz.

Nebst Lebensmitteln im Premium-Bereich - Produkte also, welche in Europa und den USA als typische Nestlé-Produkte angesehen werden - setzt Nestlé dazu stark auf im jeweiligen Markt populäre Produkte. In China beispielsweise hat Nestlé letztes Jahr mit Yinlu und Hsu Fu Chi zwei grosse Unternehmen mit lokal bekannten Marken gekauft. Mittlerweile hat Nestlé in China über 30 eigene Fabriken und zwei Forschungszentren.

Informationen in Mandarin

Das alles führt dazu, dass der asiatische Raum für Nestlé immer mehr an Bedeutung gewinnt. Nestlé weist für die Zone Asien, Ozeanien und Afrika in der Medienmitteilung ein Wachstum des Gesamtumsatzes von 25 Prozent aus.

Dass China hinter den USA bald der zweitgrösste Markt für den Konzern sein wird, zeigt sich auch in anderen Details. Die Medienkonferenz, die am Donnerstag übers Internet ausgestrahlt wurde, wurde zweisprachig abgehalten. Zweite Sprache neben Englisch war nicht etwa Deutsch oder Französisch, sondern Mandarin.

Aktienkurs sinkt

Für den weiteren Verlauf der Geschäfte im 2012 gab sich Nestlé zwar ziemlich optimistisch. Zwar sei das Handelsumfeld insbesondere in den Industrieländern weiterhin schwierig, dank nachlassendem Preisdruck bei den Rohstoffen und Produkteinnovationen könnten die bisher in Aussicht gestellten Geschäftszahlen aber erreicht werden, hiess es.

Die Investoren hatten aber offensichtlich höhere Erwartungen an Nestlé. Nach Veröffentlichung der Umsatzzahlen für Januar bis September sank der Kurs der Nestlé-Aktien an der Schweizer Börse innert einer Viertelstunde um 2,7 Prozent. Am Mittag lag die Aktie noch rund 2 Prozent im Minus.

Der Kursrutsch ist aber insofern zu relativieren, als dass sich der Wert der Aktie bis Mittwoch nahe beim Allzeithoch bewegt hatte. Das Jahresplus ohne die Abgaben vom Donnerstag liegt bei rund 15 Prozent.

SDA/fko

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