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Nestlé-Ziele «jetzt erst recht in Reichweite»

Der starke Franken trübt die guten Umsatzzahlen von Nestlé. Die Aktie legt trotzdem kräftig zu. «Nestlé macht im Branchenvergleich eine gute Figur», heisst es in einem Anlagekommentar.

Als Crunch-Girl für Nestlé im Einsatz: Die Schauspielerin Lucy Hale.
Als Crunch-Girl für Nestlé im Einsatz: Die Schauspielerin Lucy Hale.
Keystone

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat in der ersten Jahreshälfte einen Umsatz von 43 Milliarden Franken erzielt. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 4,8 Prozent. Der Rückgang ist allerdings einzig und alleine auf den starken Franken zurückzuführen.

Das organische Wachstum habe sich auf 4,7 Prozent belaufen, hiess es in der heutigen Medienmitteilung. Dieser Wert liegt knapp unter dem von Nestlé angepeilten Wachstumsziel von 5,0 Prozent, aber über den Erwartungen der Branchenanalysten von 4,5 Prozent.

Nestlé setzt auf Wachstumsmärkte

Das organische Wachstum stützt sich gemäss Konzernangaben hauptsächlich auf einen höheren Absatz, der den Umsatz um 2,9 Prozent steigen liess. Preisanpassungen trugen 1,8 Prozent zum Wachstum bei. Besonders in den aufstrebenden Märkten (Emerging Markets) konnte der Nahrungsmittelmulti mit 9,7 Prozent organischem Wachstum seine Geschäfte stark ausbauen.

Die Wechselkurssituation hat Nestlé aber auch die Gewinnzahlen getrübt. So fiel der Betriebsgewinn mit 6,4 Milliarden Franken rund 400 Millionen Franken unter den Wert des Vorjahres. Mit stabilen Wechselkursen gerechnet hätte Nestlé allerdings den operativen Gewinn steigern können, wie aus dem Communiqué hervorgeht.

Erwartungen der Analysten verfehlt

Der Reingewinn von Nestlé in den ersten sechs Monaten beträgt 4,6 Milliarden Franken, was gegenüber 2013 einem Minus von rund 10 Prozent entspricht. Mit dem Wert hat der Konzern zudem auch die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Konzernchef Paul Bulcke bekräftigte in der Mitteilung aber den Ausblick für das ganze Jahr. Nestlé kündigte ausserdem ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 8 Milliarden Franken an. Dieses soll dieses Jahr anlaufen und 2015 fortgesetzt werden. Der Rückkauf eigener Aktien unterliege den Marktbedingungen und erfolge entsprechend der Politik des Konzerns, die eigene Bonität zu halten, den Aktionären aber gleichzeitig einen konkurrenzfähigen Ertrag in Form von Dividenden zu bieten.

Nestlé-Aktien legen zu

Die Nestlé-Aktien werden zu einem deutlich höheren Preis als noch am Tag davor gehandelt. Um 10.15 Uhr lag der Kurs der Nestlé-Aktie knapp 3 Prozent über dem Schlussstand des Vorabends. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) lag derweil nur rund 0,2 Prozent höher.

«Nestlé macht im Branchenvergleich eine gute Figur», heisst es etwa im Anlagekommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB) lobend. Die selbst gesteckten Ziele seien bestätigt und nach der ersten Jahreshälfte «jetzt erst recht in Reichweite». Zudem erwarten die ZKB-Analysten, dass sich die Währungssituation im zweiten Halbjahr deutlich entspannen wird.

Mehr Gegenwind?

Zurückhaltender geben sich dagegen die Branchenbeobachter der UBS. Sie äussern ihre Besorgnis, dass der Nahrungsmittelsektor über die nächsten zwölf Monate mehr Gegenwind ausgesetzt sein könnte, weil unter anderem die Entwicklung in den Schwellenländern schwächeln könnte.

Der Kurs der Nestlé-Papiere könnte sich in einem solchen Fall gemäss UBS gar schwächer als jener der Konkurrenten entwickeln. Als Grund dafür nennen die Analysten der Grossbank unter anderem die Grösse des Nestlé-Konzerns, die es unmöglich mache, sich makroökonomischen Trends zu entziehen.

SDA

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