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Niemand will den Riesen der Lüfte

Schon lange will Russland wieder grosse Transportflugzeuge vom Typ Antonow An-124 herstellen. Doch finanziell lohnt sich das nicht.

Riesenflieger reloaded: An-124.
Riesenflieger reloaded: An-124.
Markus Kutscher/Wikimedia/CC

Nach 15 Jahren will Russland die Serienproduktion des Riesenfliegers Antonow An-124 wieder aufnehmen. Das kündigte das russische Verteidigungsministerium bereits 2009 an der nationalen Luftfahrtmesse MAKS an. Passiert ist bisher nichts. Der Grund: Es fehlt an Kunden für den Megafrachter. Rund 280 Millionen Franken betragen umgerechnet die Produktionskosten einer Maschine, der Endverkaufspreis ist entsprechend höher. Auch die Investitionen sind beträchtlich. Allein für die Wiederaufnahme der Produktion müsste die Regierung 600 Millionen Franken hinblättern.

Mindestens 60 Maschinen bestellen

Um sich das leisten zu können, braucht erst einmal mehrere Bestellungen. Um profitabel zu werden, müssten Aufträge für 60 Antonow AN-124 erfolgen, rechnet die russische Zeitung «Isvestia» vor. Zwar berichtet der russische Vize-Premier Sergei Ivanov der Zeitung, es seien schon einige Bestellungen eingegangen: So plane etwa die Fluggesellschaft Volga-Dnepr, 20 An-124 zu bestellen, ebenso das Verteidigungsministerium und das Luftfahrtunternehmen Polyot hat bereits im vergangenen Jahr ebenfalls 20 bestellt. Doch: Um profitabel zu arbeiten, braucht es auch grosse Kunden vom Weltmarkt.

Hin und Her um Wiederaufnahme

Wenn sich an der durchwachsenen Nachfragesituation nichts ändere, dann mache es keinen Sinn mehr, die Produktion wieder aufzunehmen. Die An-124 ist mit einer Länge von 69 Metern, einer Spannweite von 73 Metern und einer Nutzlast von 120 Tonnen der grösste jemals in Serienproduktion hergestellte Frachtflieger und der zweitgrösste überhaupt. Er wird sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke eingesetzt. Die Produktion lief von 1982 bis 1995.

Das Hin-und-Her über eine Wiederaufnahme zieht sich schon seit einigen Jahren. Neben der fehlenden Kundschaft gab es auch noch Streitigkeiten mit der Ukraine. Ursprünglich ein gemeinschaftliches Projekt, konnte man sich nicht auf den Produktionsstandort für den Riesenfrachter einigen.

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