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Novartis hofft auf zwei «Blockbuster»

Das Basler Pharmaunternehmen hat auch im vergangenen Geschäftsjahr kräftig zugelegt. Die Analysten sind dennoch unzufrieden – sie haben mehr Gewinn erwartet. Novartis ist aber für die Zukunft zuversichtlich.

Den Umsatz steigerte Novartis um 14 Prozent: Hauptsitz in Basel.
Den Umsatz steigerte Novartis um 14 Prozent: Hauptsitz in Basel.
Keystone

Novartis ist 2010 kräftig gewachsen. Beim Umsatz konnte der Basler Pharmakonzern erstmals die 50-Milliarden-Marke sprengen. Und der Konzerngewinn legte um 18 Prozent auf 10 Milliarden Dollar zu. Trotz auslaufendem Patentschutz für zwei «Blockbuster» ist Novartis auch für 2011 zuversichtlich.

Der neue Konzernchef Joe Jimenez präsentierte nach dem Rückzug von Daniel Vasella auf das Verwaltungsratspräsidium am Donnerstag in Basel zum ersten Mal einen Abschluss. Er beurteilte das im letzten Jahr erzielte Ergebnis des Konzerns mit weltweit über 119'000 Beschäftigten als «hervorragend». Alle Divisionen von Novartis seien 2010 stärker gewachsen als der jeweilige Markt.

14 Prozent mehr Umsatz

Den Umsatz konnte der Konzern um 14 Prozent auf 50,6 Milliarden Dollar steigern. Pharma als mit Abstand wichtigste Division musste sich allerdings unter anderem wegen des Preisdrucks in Europa mit einem Wachstum von lediglich 6 Prozent auf 30,6 Milliarden Dollar begnügen.

Die Produktepalette von Novartis umfasst inzwischen sieben «Blockbuster»-Medikamente mit einem Umsatz von je über einer Milliarde Dollar. Für zwei von ihnen - den Blutdrucksenker Diovan mit 6 Milliarden Dollar Umsatz und das Brustkrebsmedikament Femara (1,4 Milliarden Dollar) läuft indes der Patentschutz ab 2011 aus.

Jimenez ist allerdings überzeugt, die daraus resultierenden Umsatzeinbussen mehr als kompensieren zu können. Möglich machen sollen dies einerseits die jüngst eingeführten Produkte, auf die letztes Jahr 21 Umsatzprozente entfielen. Neue Wachstumsimpulse erhofft er sich daneben auch von den Schwellenländern.

Führend in der Innovation

Zuversicht für das Pharmageschäft schöpft Jimenez aber auch aus der Innovationskraft des Konzerns, der branchenweit bei der Entwicklung neuer Medikamente an der Spitze stehe. 2010 brachten es die Basler auf 13 wichtige Zulassungen und sie reichten in den USA, in Europa und in Japan 16 neue Zulassungsanträge ein. In der Pipeline befinden sich 147 Entwicklungsprojekte.

Das stärkste Wachstum verzeichnete 2010 die Impstoff- und Diagnostika-Division, deren Umsatz um 25 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar anstieg. Davon entfielen allein 1,3 Milliarden Dollar auf Impfstoffe gegen die Schweinegrippe. Im vierten Quartal brach der Umsatz der kleinsten Division allerdings um 74 Prozent auf 361 Milliarden Dollar ein.

Die Generika-Sparte Sandoz, vorderhand noch die Nummer zwei unter den Divisionen, verzeichnete ein Umsatzplus um 14 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar. Um 7 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar zulegen konnte die Division Consumer Health.

Augenheilmittel als neue Divion

Zweitgrösste Division wird künftig jene für Augenheilkunde sein, die Novartis durch die vollständige Übernahme von Alcon bildet. Sie wird auch Ciba Vision und den «Blockbuster» Lucentis umfassen. Der Alcon-Deal, der Novartis über 51 Milliarden Dollar kostet, soll im ersten Halbjahr 2011 abgeschlossen werden. Die Integration von Alcon in Novartis will Jimenez innerhalb von drei Monaten durchziehen.

Noch stärker als den Umsatz konnte Novartis das operative Ergebnis steigern. Es legte um 15 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar zu, sank aber im vierten Quartal um 6 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr belasteten negative Wechselkurseffekte das operative Ergebnis mit zwei Prozent. Die operative Marge stieg konzernweit um 0,3 Punkte auf 22,8 Prozent.

Für das laufende Jahr gibt sich Jimenez zuversichtlich. Für den Konzern erwartet er bei konstanten Wechselkursen ein Umsatzplus im zweistelligen Bereich. Pharma dürfte dagegen nur im unteren bis mittleren einstelligen Bereich wachsen.

Produktivitätssteigerungen sollen zudem dafür sorgen, dass der 2010 um 14 Prozent auf 5,15 Dollar gestiegene Kerngewinn pro Aktie trotz Preissenkungen, Generikakonkurrenz und anderen negativen Faktoren sich weiter aufwärts bewegt.

Erstmals Abstimmung

Den Novartis-Aktionären, winkt für 2010 die 14. Dividendenerhöhung in Folge: Die Ausschüttung soll um 5 Prozent auf 2,20 Fr. erhöht werden. Weniger freuen dürften sie sich über die Kursentwicklung: An der Schweizer Börse büssten die Novartis-Aktien bis am Donnerstagmittag 2 Prozent ein.

Erstmals können sich die Aktionäre an der Generalversammlung vom 22. Februar über das Vergütungssystem des Konzerns äussern. Eine Konsultativabstimmung war an der letzten GV eingeführt worden. Gemäss Geschäftsbericht hat Konzernchef Jimenez letztes Jahr 11,7 Millionen Fr. verdient. Verwaltungsratspräsident Vasella brachte es auf 7,95 Millionen Franken.

SDA/mrs

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