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Null-Stern-Hotel im Atombunker erhält 48'000 Franken

Die Bürgerversammlung im st. gallischen Sevelen hat gestern einen Projektierungskredit für das weltweit bekannt gewordene Hotel bewilligt.

Sorgte für Interesse weltweit: Der Hotel-Atombunker im st.gallischen Sevelen.
Sorgte für Interesse weltweit: Der Hotel-Atombunker im st.gallischen Sevelen.
Keystone

Die St. Galler Künstler und Zwillinge Frank und Patrik Riklin haben das Null-Stern-Hotel als Teil eines Umnutzungsprojektes für eine leer stehende Fabrik kreiert. Die Brüder haben für den ersten Testdurchlauf romantische Betten aus einem echten Hotel in die unterirdischen Schutzräume der ungenutzten Zivilschutzanlage gestellt und die fehlenden Fenster durch Flachbildschirme ersetzt. Eine Videokamera vor dem Bunker schaffte so Sichtkontakt mit der Aussenwelt. Eine Übernachtung mit Frühstück aus der Militärküche soll zwischen zehn und 15 Schweizer Franken kosten.

Die Idee löste ein weltweites Medienecho aus. Nach dem ersten Probeschlafen vom 9. auf den 10. Oktober hatten unter anderem die International Herald Tribune, die Saudi Gazette, der Spiegel und zahlreiche Online-Medien über das «Zero Star Hotel» im «Swiss Nuclear Bunker» berichtet.

Mit einem Kredit von 48'000 Franken soll jetzt die Projektierung des Null-Stern-Hotels samt Kulturfabrik weiter geführt werden. Die 35-jährigen Künstler-Zwillinge haben bereits aus China, Japan, Australien, den USA und mehreren europäischen Staaten Buchungsanfragen erhalten. Die seit kurzem ins Netz gestellte Website verzeichnet schon über 50'000 Aufrufe.

Schweiz Tourismus zeigt sich erstaunt

Dass neben den Alpen plötzlich auch Atombunker zum Aushängeschild für den Schweizer Tourismus werden und ein derartiges internationales Medienecho finden, erstaunt Edith Zweifel, Sprecherin von Schweiz Tourismus. «Wir unterstützen grundsätzlich die Diversifizierung des Schweizer Übernachtungsangebots und die Erfüllung möglichst vieler Touristenwünsche», sagt sie.

Die Schweiz hat mit über 2500 Zivilschutzanlagen und mehr als 300'000 Personenschutzräumen das dichteste Bunkernetz der Welt. Es wurde während des Kalten Krieges angelegt und ist seit dessen Ende vor 20 Jahren weitgehend ungenutzt, muss aber trotzdem unterhalten werden. So gesehen sei die Umnutzung der Anlagen für den Tourismus gar keine schlechte Idee, sagt Pascal Aebischer, Mediensprecher des für die Zivilschutzanlagen zuständigen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS). Die Gemeinden könnten dadurch einen Teil der Unterhaltskosten decken. Bei Bedarfsfall müssten sie die Bunker jedoch innert nützlicher Frist wieder ihrem ursprünglichen Zweck zuführen. Auch dürfe an der Schutzhülle nichts verändert werden.

AP/oku

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