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Ölpest kostet BP 7,8 Milliarden Dollar

Im milliardenschweren Prozess um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 haben sich BP und ein Klägerausschuss offenbar geeinigt. Der Konzern muss den privaten Klägern 7,8 Milliarden Dollar zahlen.

Durch den Vergleich sind erhebliche Änderungen am geplanten Prozessverlauf nötig: Die Bohrinsel Deepwater Horizon.
Durch den Vergleich sind erhebliche Änderungen am geplanten Prozessverlauf nötig: Die Bohrinsel Deepwater Horizon.

Der britische BP-Konzern hat sich wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mit den privaten Klägern auf Zahlungen in Milliardenhöhe geeinigt. Wie der Konzern am heute am frühen Morgen mitteilte, umfasst die gütliche Einigung Zahlungen im Umfang von 7,8 Milliarden Dollar.

Unter den privaten Klägern waren zahlreiche Fischer und andere Wirtschaftsbetriebe, die erhebliche Einbussen erlitten hatten. Konzernchef Bob Dudley erklärte, BP habe sich von Anfang an bemüht, seine Verpflichtungen gegenüber den Anwohnern der Golfregion zu erfüllen. Das nun getroffene Abkommen sei das Ergebnis von fast zwei Jahren harter Arbeit.

Fonds in Höhe von 20 Milliarden

Die Zahlungen sollen aus einem Fonds in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar geleistet werden, den BP eigens dafür eingerichtet hat. Eine Einigung mit den staatlichen Stellen in den USA wurde der Mitteilung zufolge noch nicht erzielt.

BP betonte, mit dem Vergleichsvorschlag erkenne das Unternehmen keine Haftungsverpflichtungen an. Zugleich kündigte der Konzern an, manche seiner Forderungen an die Bohrpartner Transocean und Halliburton an ein Komitee der Kläger abzutreten. Die drei Konzerne haben sich gegenseitig verklagt.

Prozess erneut verschoben

An diesem Montag sollte in New Orleans ein Mammutprozess von mehr als 100'000 Klägern gegen BP und andere Firmen beginnen. Der mit dem Verfahren beauftragte Richter Carl Barbier hat den geplanten Prozess in New Orleans verschoben. Die Einigung führe wahrscheinlich dazu, dass sich die Voraussetzungen für den Prozess grundlegend ändern werden, teilte er mit.

Der Prozess gegen BP sollte bereits vor einer Woche in New Orleans beginnen, war aber auf den 5. März verschoben worden, um weitere Gespräche über eine gütliche Einigung zu ermöglichen.

In dem Verfahren soll geklärt werden, welche Verantwortung BP und seine Partnerunternehmen an der Umweltkatastrophe tragen und wie viel Strafe sie dafür zahlen müssen. Die Forderungen richten sich gegen BP und drei Partnerfirmen, die sich wiederum untereinander verklagt haben. Darunter ist auch der US-Ölbohrkonzern Transocean mit Sitz in Zug.

Schlimmste Ölpest der USA

Die Bohrinsel «Deepwater Horizon» war am 20. April 2010 im Golf von Mexiko explodiert und hatte die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA verursacht. Bei dem Unglück starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer.

Insgesamt 87 Tage dauerte es, bis BP das defekte Bohrloch schliessen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, die Fischindustrie und der Tourismus an der Golfküste massiv geschädigt.

BP hat für die Folgen der Ölkatastrophe nach eigenen Angaben bereits vor der Einigung 22 Milliarden US-Dollar ausgegeben. 8,1 Milliarden Dollar gingen an Privat- und Geschäftsleute. 14 Milliarden Dollar musste das Unternehmen für Aufräumarbeiten, Geräte und weitere Dinge im Zusammenhang mit dem Unglück zahlen.

SDA/wid

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