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Ölpreis-Opfer brüten über Strategie

Sie leiden unter dem tiefen Ölpreis, Russland und Venezuela. Zusammen mit Mexiko und Saudiarabien haben sie über mögliche Förder-Kürzungen gesprochen.

Drehen die Opec-Länder bald gemeinsam an der Schraube? Öl-Arbeiter in einer Raffinerie im irakischen Basra. (Archiv)
Drehen die Opec-Länder bald gemeinsam an der Schraube? Öl-Arbeiter in einer Raffinerie im irakischen Basra. (Archiv)
Reuters

An dem Gespräch in einem Wiener Hotel nahmen neben dem venezolanischen Aussenminister Ramírez und Rosneft-Chef Setschin der mexikanische Energieminister Pedro Joaquin Coldwell, der saudiarabische Ölminister Ali al-Nuaimi und der russische Energieminister Alexander Nowak teil.

Die Opec-Mitglieder Saudiarabien und Venezuela sowie Mexiko und Russland konnten sich bei den Gesprächen am Dienstag in Wien jedoch nicht auf eine Förderkürzung einigen, wie Venezuelas Aussenminister Rafael Ramirez sagte.

Allerdings kündigte Russland eine Senkung der Fördermenge an. Igor Setschin, der Chef des russischen Ölkonzerns Rosneft, sagte, sein Unternehmen habe die tägliche Fördermenge auf 25'000 Barrel reduziert. Er begründete die Entscheidung mit den «Marktbedingungen».

Alle Teilnehmer der Sitzung hätten einem weiteren Treffen in drei Monaten zugestimmt, hiess es. Sie seien der Auffassung gewesen, dass der aktuelle Ölpreis von unter 80 Dollar je Barrel nachteilig sei.

Ölpreis sinkt seit Monaten

Der Ölpreis sinkt bereits seit Monaten. Ein Grund ist der Schieferölboom in den USA, der zu einem Überangebot an den Weltmärkten geführt hat.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) kommt am Donnerstag in Wien zusammen, um über eine Absenkung der Fördermenge zu beraten. Selbst langjährige Opec-Beobachter rätseln, ob das Öl-Kartell auf den Preisverfall reagiert und die Fördermenge drosselt. Seit drei Jahren ist diese auf 30 Millionen Barrel pro Tag festgelegt.

Denn Saudiarabien als weltgrösster Ölexporteur und wichtigster Opec-Staat ist ein enger Verbündeter der USA, die wegen der Ukraine-Krise im Streit mit Russland liegen. Russland ist einer der Hauptleidtragenden des Preisverfalls.

Neben Russland sprachen sich auch ärmere Opec-Mitglieder wie Venezuela, Ecuador und Iran bereits für eine Mengenverknappung aus. Dagegen lehnten die Opec-Mitglieder aus den Golfstaaten, allen voran Saudiarabien, dies bislang strikt ab.

Die Opec hat zwölf Mitglieder. Aus den Golfstaaten sind es Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar. Dazu kommen Irak und Iran, Venezuela und Ecuador und aus Afrika Algerien, Angola, Libyen und Nigeria. Zusammen kommen die Opec-Länder für ein Drittel der weltweiten Ölförderung auf.

SDA

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