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Pandit geht ohne «goldenen Handschlag»

Der bestbezahlte Banker der Wall Street ist seinen Job los. Citigroup-Chef Vikram Pandit ist am Dienstag zurückgetreten. Auf die reguläre Millionen-Abfindung muss er wohl verzichten – wegen eines Streits um seinen Lohn.

Hat nach längeren Querelen den Bettel hingeworfen: Der zurückgetretene Citigroup-Chef Vikram Pandit.
Hat nach längeren Querelen den Bettel hingeworfen: Der zurückgetretene Citigroup-Chef Vikram Pandit.
Keystone

Der zurückgetretene Citigroup-Chef Vikram Pandit kann sich keine grosse Hoffnung auf eine üppige Abfindung machen. Das geht aus dem jüngsten Bericht der drittgrössten US-Bank an die Aufsichtsbehörden hervor.

Ein millionenschwerer «goldener Handschlag», mit dem Vorstandschefs bei vorzeitiger Vertragsauflösung für gewöhnlich der Abschied versüsst wird, ist demnach für Pandit nicht vorgesehen. Branchenexperten bezweifeln auch, dass der gebürtige Inder im Nachhinein noch viel heraushandeln kann.

Radikaler Umbau

Erstens habe er nach längeren Querelen mit dem Verwaltungsrat den Bettel selbst hingeworfen. Und zweitens sei er bei den Investoren erst vor wenigen Monaten mit seiner umstrittenen Gehaltserhöhung angeeckt, hiess es in der Nacht zum Mittwoch.

Die Citigroup selbst äusserte sich nicht zu den finanziellen Details. Das Institut hatte den Abgang Pandits am Dienstag bekanntgegeben - einen Tag nach vergleichsweise soliden Quartalszahlen und für Börsianer völlig überraschend.

Pandit hatte die Bank seit 2007 geführt und das Institut, das in der Finanzkrise vom Staat gerettet werden musste, radikal umgebaut. Finanzkreisen zufolge überwarf er sich zuletzt aber mit dem neuen Verwaltungsratschef Michael O'Neill. Abgelöst wird Pandit nun vom 52- jährigen Michael Corbat, der seit fast 30 Jahren im Konzern arbeitet und die Sanierung zu Ende führen soll.

Einer der bestbezahlten Wall-Street-Banker

Pandit gilt als einer bestbezahlten Banker an der Wall Street. Allein der Verkauf seiner Hedgefonds-Firma Old Lane Partners an Citigroup spülte ihm 165 Millionen Dollar in den Geldbeutel. Daneben hält er Firmenaktien im Wert von fast 22 Millionen Dollar.

In den Krisenjahren unmittelbar nach der Rettung von Citigroup begnügte sich Pandit zwar mit einem symbolischen Gehalt von einem Dollar. Doch 2011 war die Bescheidenheit vorbei: Für das vergangene Jahr erhielt der Topmanager insgesamt rund 15 Millionen Dollar, der grösste Teil davon Bonuszahlungen und Aktienoptionen.

Die Investoren erteilten ihm dafür auf der Hauptversammlung im April eine schallende Ohrfeige, als sie das Vergütungspaket mehrheitlich ablehnten. Das Votum war zwar nicht bindend, fachte die Spannungen innerhalb der Bank aber nur noch mehr an, wie Insider berichteten.

Optionen nicht mehr viel Wert

Bei den Optionen könnte für Pandit nun Citigroups schwacher Aktienkurs, der bei knapp 40 Dollar dümpelt, zum Bumerang werden. Seine Optionen sind deutlich höher bewertet. «Das meiste, was er hinterlässt, ist kaum etwas wert», erklärte Paul Hodgson, Analyst bei GMI Ratings. Und Optionen müssten nach einem Abgang zeitnah eingelöst werden.

Die Citigroup bemühte sich unterdessen, die Wogen zu glätten. Pandits Weggang habe nichts mit der Strategie oder Unternehmensführung zu tun, sagte Verwaltungsratschef O'Neill in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Im Gegenteil: Der bisherige Kurs solle fortgesetzt werden. Nach seinen Worten galt der Corbat schon eine Weile als Pandit-Nachfolger.

SDA/wid

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