Passagiere sollen im Frachtraum schlafen

Schlechter Schlaf an Bord soll bei Airbus bald kein Thema mehr sein: Der Flugzeugbauer baut Betten in den Frachtraum.

Genügend Beinfreiheit: Schlafkabinen im Airbus-Frachtraum.

Genügend Beinfreiheit: Schlafkabinen im Airbus-Frachtraum.

(Bild: Airbus)

Caroline Freigang@c_freigang

Die Beine schmerzen, die Füsse schlafen ein, der Nacken ist verspannt: Auf Langstreckenflügen werden die Nerven vieler Passagiere strapaziert. Wer nicht erste Klasse fliegt, kommt kaum in den Genuss eines richtigen Bettes. Darum will Airbus nun Betten in den Frachtraum einbauen, um noch mehr Passagiere erholter von A nach B zu bringen.

Zunächst soll diese Option bei Airbus-A330-Grossraumflugzeugen eingebaut werden. Für das Design und die Entwicklung der Liegeflächen arbeitet der europäische Jethersteller mit dem Sitzproduzenten Zodiac Aerospace zusammen. Die Schlafräume sollen ab 2020 zum Einsatz kommen. Bestellungen gibt es bislang noch keine. Auch bei den A350-Maschinen könnten entsprechende Abteile eingebaut werden.

Spielplatz und Konferenzraum geplant

Airbus zufolge sollen die Betten als Module installiert werden. Diese seien austauschbar mit regulären Cargo-Containern, schreibt Airbus. So kann der Frachtraum schnell umgebaut und wieder für seinen eigentlichen Zweck genutzt werden. Nicht nur neue Flugzeuge können mit entsprechenden Elementen ausgestattet, sondern auch alte Flugzeuge aufgerüstet werden.

Neben Schlafplätzen zeigen die Pläne von Airbus auch einen geplanten Familienbereich mit Spielplatz, eine Lounge und einen Konferenzraum, die ebenfalls im Frachtbereich eingebaut werden könnten.

Ultralange Flüge erträglicher machen

Laut dem Flugnachrichtenportal Aerotelegraph können mit den Schlafkabinen nicht mehr Passagiere als zuvor transportiert werden. Denn zum Start müssten sich die Reisenden auf ihrem regulär gebuchten Sitz befinden. Erst nach dem Start könnten die Passagiere dann zu den Schlafplätzen ins Unterdeck hinabsteigen.

Auch die Airline Qantas hatte bereits über Schlafbereiche in ihren Maschinen nachgedacht, schreibt das Nachrichtenportal Bloomberg. Denn mit voller Fracht sind die von Qantas geplanten Ultralangstreckenflüge nicht zu schaffen. Darum dachte Chef Alan Joyce laut darüber nach, den Frachtraum statt mit Containern mit Betten oder einem Trainingsbereich zu füllen. Qantas prüft derzeit direkte Verbindungen zwischen Australien, den USA und Europa.

Er hoffe, dass Airbus und Boeing es schafften, Flugzeuge zu bauen, die man komplett gefüllt auf der Strecke fliegen kann. «Aber sollte das nicht möglich sein, überlege man sich alternative Nutzungsoptionen für den Raum», sagte Joyce gegenüber dem Portal Fairfax Media.

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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