Quickline verliert TV-Kunden an die Swisscom

Biel

Der überregionale Kabelnetzverbund Quickline konnte im vergangenen Geschäftsjahr zwar den Umsatz steigern und bei Telefonie sowie Internet mehr Kunden gewinnen. Allerdings verlor Quickline TV-Kunden.

Der Kabelnetzverbund Quickline konnte 2015 zwar den Umsatz steigern, verlor aber TV-Kunden an die Swisscom.

Der Kabelnetzverbund Quickline konnte 2015 zwar den Umsatz steigern, verlor aber TV-Kunden an die Swisscom.

(Bild: zvg)

Jon Mettler@jonmettler

Quickline bleibt auf Wachstumskurs. Wie der Telecomanbieter aus Nidau bei Biel-Bienne am Mittwochmorgen bekannt gab, nahm der Umsatz im Jahr 2015 im Vergleich zu 2014 um 14 Prozent auf 220 Millionen Franken zu. «Dieses Wachstum liegt deutlich über dem hart umkämpften Gesamtmarkt», hielt Firmenchef Nicolas Perrenoud an einer Telefonkonferenz fest. Er begründete den Erfolg unter anderem mit neuen Bündelangeboten mit TV, Internet, Festnetztelefonie und Mobiltelefonie.

Per Ende 2015 zählte Quickline 147 600 Internet-Kunden und 89 900 Telefonie-Kunden. Beide Segmente weisen ein Wachstum um 17 Prozent auf. Allerdings ist diese Zunahme teilweise auf den neuen Quickline-Partner InterGGA mit Sitz in Reinach BL zurückzuführen, dessen Kundenzahlen erstmals im Jahresabschluss berücksichtigt sind.

Hingegen ist die Zahl der TV-Kunden leicht um 1 Prozent auf 362 300 gesunken. Der Rückgang dürfte «nicht zuletzt auf die durch Swisscom monopolisierten Sportrechte zurückzuführen sein», so Quickline. Der Verbund spielt auf den Umstand an, dass der Schweizer Branchenführer gewisse Eishockey- und Fussballspiele der Schweizer Topligen ausschliesslich auf seinem kostenpflichtigen Angebot Swisscom TV überträgt. Die gesamte Schweizer Kabelnetz-Branche verlor im Jahr 2015 knapp 5 Prozent TV-Kunden.

Die Markteinführung der neuen TV-Plattform von Quickline verzögert sich. Ursprünglich war die Lancierung fürs erste Halbjahr 2016 angekündigt. Als neuen Termin nennt Quickline nun das zweite Semester 2016. Das neue Beistellgerät soll vor allem die Art revolutionieren, wie der Kunde die digitalen TV-Angebote bezieht. Es ist von einem personalisierteren Fernseherlebnis als bisher die Rede.

Zum Quickline-Verbund gehören 24 unabhängige Netzbetreiber, darunter Renet in Langenthal, Energie Belp, Energie Seeland, Valaiscom und Kabelfernsehen Nidwalden. Energie Wasser Bern (EWB) verbreitet TV-Angebote von Quickline über das eigene Netz. Alle Verbundspartner zusammen versorgen hierzulande 400 000 Haushalte. Quickline ist damit nach UPC (ehemalige Cablecom) der zweitgrösste TV-Inhalteanbieter der Schweiz.

Berner Zeitung

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