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«Schliesse nicht aus, dass der Preis nochmals 20 Prozent sinkt»

Verhalten optimistisch zeigt sich Axpo-Konzernchef Andrew Walo nach dem Abschreiber von 1,5 Milliarden Franken und dem Abbau von 300 Stellen.

Die Abschreiber waren «ein notwendiger Taucher, den wir machen mussten»: Andrew Walo, Axpo-Chef.
Die Abschreiber waren «ein notwendiger Taucher, den wir machen mussten»: Andrew Walo, Axpo-Chef.
Keystone

Der Chef des Stromkonzerns Axpo, Andrew Walo, schliesst nach den am Freitag bekannt gegebenen Wertberichtigungen von 1,5 Milliarden Franken weitere Abschreiber nicht aus.

Er sehe aber eine «hohe Wahrscheinlichkeit», dass bei der nächsten Bewertung der Aktiven in einem Jahr die dafür massgebenden Preise auf den Strommärkten «nicht tiefer liegen werden als unsere Schätzungen», sagte Walo in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

«Wir gehen davon aus, dass die Talsohle bei den europäischen Grosshandelspreisen nahe ist, weil bald nicht einmal mehr billige Kohlekraftwerke rentabel sein werden», erklärte Walo. Darum sehe er keinen weiteren dramatischen Absturz der Grosshandelspreise. Aber es gebe keine Garantie dafür. «Ich schliesse nicht aus, dass der Marktpreis noch einmal 10 oder 20 Prozent sinken kann.»

Die Axpo hat am Freitagabend mitgeteilt, dass der Wert ihrer Kraftwerke, Kraftwerksbeteiligungen und Energiebezugsverträge um weitere 1,5 Milliarden Franken nach unten korrigiert werden muss. In den vergangenen Jahren hat der Energieriese bereits Wertberichtigungen von insgesamt über 1 Milliarde Franken getätigt.

Auch auf das Glarner Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern, das noch nicht in Betrieb ist, musste Axpo bereits einen Abschreiber vornehmen, wie Walo bestätigte.

Notwendiger Taucher

Die Abschreiber seien «ein notwendiger Taucher, den wir machen müssen». «Wir hoffen, dass wir danach Sauerstoff haben für die Zukunft, sagte Walo.

Es sei aber nicht der Beginn eines Axpo-Groundings: «Wir haben eine sehr starke Bilanz. Unser Eigenkapital beträgt 8 Milliarden Franken, die Eigenkapitalquote liegt bei über 40 Prozent und wir haben über 4 Milliarden Franken an liquiden Mitteln.» Zudem sei Axpo operativ gut unterwegs.

Zu der ebenfalls bekannt gegebenen Verlängerung der Abschreibungsdauer der Kernkraftwerke von 50 auf 60 Jahre sagte Walo, dies habe nichts mit deren Betriebsdauer zu tun.

Für die Axpo gelte weiterhin, die KKW sollten so lange laufen, wie sie sicher betrieben werden können und wirtschaftlich sind. Über die Sicherheit entscheide einzig das Eidgenössische Nuklearinspektorat (Ensi). Überdies seien die Beiträge in den Entsorgungsfonds nicht betroffen. «Wir werden wie geplant innert 50 Jahren einzahlen.»

SDA/wid

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