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Schweizer Chef für britischen Reisegiganten

Thomas Cook ist Europas Nummer 2 im Reisegeschäft. Nun wird der Boss ausgewechselt. An der Börse erlebt der Reisegigant heute einen rabenschwarzen Tag.

Ein Reisekonzern wird künftig von Peter Fankhauser gesteuert: Maschine von Thomas Cook.
Ein Reisekonzern wird künftig von Peter Fankhauser gesteuert: Maschine von Thomas Cook.
Reuters

Der 54-jährige Schweizer Peter Fankhauser, bisheriger Leiter des Tagesgeschäfts, übernimmt mit sofortiger Wirkung die Unternehmensführung, wie Thomas Cook am Mittwoch mitteilte.

«Es war eine einhellige Entscheidung», sagte Verwaltungsratschef Frank Meysman. Auch die bisherige Chefin Harriet Green sei damit einverstanden. Nach der Managerin mit ihrem frischen Blick von aussen brauche es nun einen erfahrenen Reisefachmann an der Konzernspitze.

Aktie verliert 20 Prozent

Die Thomas-Cook-Aktie reagierte mit einem Kurssturz. Kurz nach Handelsbeginn verlor das Papier an der Londoner Börse 20 Prozent an Wert.

Green hatte den Chefposten vor zwei Jahren in der schwersten Krise des Unternehmens übernommen. Zuvor hatte sie den Elektronikgrosshändler Premier Farnell geführt. Dem Reiseveranstalter verordnete sie einen harten Sanierungskurs. An der Börse stieg der Wert von Thomas Cook seit ihrem Antritt von 148 Millionen auf knapp zwei Milliarden britische Pfund (über drei Milliarden Franken).

Greens Nachfolger Fankhauser hat bereits die deutsche Konzerntochter Thomas Cook mit Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute und der Fluglinie Condor zum Erfolg geführt. Danach brachte er zusätzlich die angeschlagene Grossbritannien-Sparte auf Kurs. Vor einem Jahr übertrug ihm der Verwaltungsrat die Führung des kompletten Tagesgeschäfts im Konzern.

Im per 30. September abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 steigerte Thomas Cook seinen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn um 23 Prozent auf 323 Millionen britische Pfund (knapp 490 Millionen Franken). Allerdings steckte der Reiseveranstalter unter dem Strich weiterhin in den roten Zahlen. Der Nettoverlust halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf 118 Millionen Pfund (rund 180 Millionen Franken). Der Umsatz schrumpfte um acht Prozent auf 8,6 Milliarden Pfund (rund 13 Milliarden Franken), nachdem sich Thomas Cook von Geschäftsbereichen getrennt und viele Billigreisen aus dem Programm genommen hatte.

SDA/cpm

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