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Schweizer Schwergewichte trotzen der Krise

Die Halbjahresergebnisse der SMI-Firmen sind durchzogen ausgefallen. Bei den Pharmafirmen und Grossbanken schmolz der Gewinn zusammen. Trotzdem: Nur ein Unternehmen musste einen Verlust ausweisen.

Pharma-Firmen und Banken hatten ein eher schwieriges Halbjahr, Nestlé wächst kontinuierlich, besonders in den Schwellenländern: Logos von Roche, Credit Suisse und Nestlé.
Pharma-Firmen und Banken hatten ein eher schwieriges Halbjahr, Nestlé wächst kontinuierlich, besonders in den Schwellenländern: Logos von Roche, Credit Suisse und Nestlé.
Keystone

Die Halbjahresergebnisse der zwanzig grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen fallen unterschiedlich aus. Branchenspezifische und konjunkturelle Entwicklungen sowie die Wechselkurse schlagen sich sehr verschieden nieder. Ausser dem Luxusgüterkonzern Richemont, dessen Geschäftssemester noch bis Ende September läuft, haben alle zum Swiss Market Index (SMI) gehörenden Unternehmen ihre Resultate vorgelegt. Zehn von ihnen schlossen im Vorjahresvergleich besser, neun schlechter ab.

Unter anderem wirkte sich nochmals die Euro-Schwäche aus, während einige Firmen von der Wiedererstarkung des Dollars profitierten. Generell haben sich die Schweizer Schwergewichte der europäischen Krise aber gut widersetzen können. Dies vor allem auch dank ihrer weltweiten Präsenz und dem Wachstum in Schwellenländern.

Grossbanken unter Druck

Unter jenen multinationalen Unternehmen, die ein schwieriges erstes Halbjahr hinter sich haben, finden sich die Grossbanken UBS und Credit Suisse. Tiefe Zinsen und die Zurückhaltung der Anleger bremsten die Finanzinstitute.

Die UBS verzeichnete einen Gewinn von 1,25 Milliarden Franken und damit weit weniger als in der Vorjahresperiode, als unter dem Strich 2,82 Milliarden geblieben waren. Besonders in den drei ersten Monaten musste die UBS unten durch. Im zweiten Quartal lasteten das Investmentbanking und ein Verlust aus dem Facebook-Börsengang auf der Bilanz.

Die Credit Suisse zog sich kaum besser aus der Affäre. Nach einem Minigewinn von 44 Millionen Franken im ersten Quartal, schloss das zweite deutlich besser. Der Halbjahresgewinn fiel indessen um 56 Prozent auf 832 Millionen Franken.

Das Pharma-Schwergewicht Roche war ebenfalls mit einer Gewinnschmelze konfrontiert. Nach dem ersten Halbjahr blieben unter dem Strich 4,37 Milliarden Franken und damit 17 Prozent weniger als im ersten Semester des Vorjahrs. Roche musste ausserordentliche Kosten namentlich für die Standortschliessung in Nutley (USA) schultern.

Wenig besser ging es dem Branchengefährten Novartis. Der Pharmariese musste einen Gewinnrückgang um 9 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar vermelden. Der Umsatz sank um 3 Prozent auf 28 Milliarden Dollar. Die Sparbemühungen vieler Regierungen im Gesundheitswesen bremsen die Pharmafirmen.

Nur Transocean mit Verlust

Bei Novartis wirkte sich zudem die Rechnungslegung in Dollar aus. Der Technologiekonzern ABB, der auch in Dollar abrechnet, hatte unter den Abgaben des «Greenback» vor allem gegenüber dem Euro zu leiden. So sank der ABB-Gewinn auf 1,39 Milliarden nach 1,62 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr 2011. Darin schlugen sich auch die Übernahmekosten für die US-Firma Thomas & Betts nieder.

Trotz sinkender Gewinne blieben die Konzerne immerhin in den schwarzen Zahlen. Der einzige SMI-Konzern, der einen Verlust ausweisen musste, ist der US-Ölbohrkonzern Transocean. Bei ihm betrug das Minus 285 Millionen Dollar. Grund waren weitere Rückstellungen für die Ölkatastrophe der Bohrinsel «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko.

Swatch brilliert

In der Gruppe der Gewinner brilliert einmal mehr der Uhrenkonzern Swatch. Die weltweite Nummer Eins meldete einen Gewinn von 724 Millionen Franken und damit ein Viertel mehr als Ende Juni 2011. Der Umsatz stieg um 14,4 Prozent auf 3,85 Milliarden Franken, wozu die starke Nachfrage aus Wachstumsmärkten massgeblich beitrug.

Trotz eines Rückschlags im zweiten Quartal vermochte auch der Rückversicherer Swiss Re sein Halbjahresresultat markant zu steigern. Der Gewinn vervierfachte sich auf 1,22 Milliarden Dollar. Beim Riechstoffkonzern Givaudan kletterte das Resultat unter dem Strich um satte 68 Prozent auf 201 Millionen Franken.

Das Finanzinstitut Julius Bär etablierte sich ebenfalls im Gewinnerklub. Der Reingewinn stieg um ein Fünftel auf 175,7 Millionen Franken. Auf der Gewinnerlisten stehen daneben der Basler Agrarchemiekonzern Syngenta, der Genfer Warenprüfer SGS und der Lebensmittelriese Nestlé.

(SDA)

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