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Singapur kauft grosses Aktienpaket von Straumann

Der Staatsfonds von Singapur hält neu 14 Prozent des Medizinaltechnikherstellers Straumann. Nun sind noch 17 Prozent der Aktien in Besitz von Hauptaktionär Thomas Straumann.

Neu zu 14 Prozent in Singapurer Besitz: Straumann-Hauptsitz in Basel. (Archivbild Keystone)
Neu zu 14 Prozent in Singapurer Besitz: Straumann-Hauptsitz in Basel. (Archivbild Keystone)

Der Singapurer Staatsfonds GIC stockt seinen Anteil am Basler Zahnimplantat-Hersteller Straumann von 4 auf 14 Prozent auf. Der bisherige Hauptaktionär, Verwaltungsratsvizepräsident Thomas Straumann, dient dem GIC das 10-Prozent-Aktienpaket an.

Nach dem Verkauf wird Thomas Straumann laut einer Mitteilung noch 17 Prozent am an der Schweizer Börse SIX kotierten Unternehmen mit seinem Familiennamen halten. Singapur kommt derweil bereits auf einen Anteil von 14 Prozent.

«Langfristiges Interesse»

Die Government of Singapur Investment Corporation Pte. Ltd. (GIC) habe bei der Kaufvereinbarung ein langfristiges Interesse am Unternehmen zum Ausdruck gebracht. Eingestiegen war die 1981 gegründete GIC erst Anfang Oktober. Laut deren Website betreuen über 1000 Angestellte Anlagen von über 100 Milliarden Dollar in 40 Ländern.

Laut Straumann-Communiqué strebt GIC gute langfristige Renditen für die Regierung von Singapur an. Der Staatsfonds hält auch eine grössere Beteiligung am Straumann-Konkurrenten Nobel Biocare und war 2008 bei der trudelnden Grossbank UBS mit einem namhaften Betrag eingestiegen – letzteres hat ihm indes bisher herbe Verluste eingebracht.

An der Börse kam das Engagement des Staatsfonds gut an: Der Straumann-Aktienkurs stieg bis kurz vor 11.30 Uhr um 4,7 Prozent, derweil der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) knapp ein halbes Prozent im Minus lag.

Harzige Geschäfte

Straumann begründet den Verkauf der Aktien im Communiqué mit einer Umschichtung seiner Anlagen wegen der schwachen Wirtschaftslage: Er wolle anderweitigen Verpflichtungen nachkommen können. Er zweifle keineswegs an den langfristigen Erfolgsaussichten der Firma Straumann, die sein «Kerninvestment» bleibe.

Die 1954 gegründete Firma Straumann hatte im letzten Jahr mit 2450 Angestellten 694 Millionen Franken Umsatz erzielt. Die von Thomas Straumann 1997 daneben gegründete Medartis zählt heute 220 Angestellte, publiziert aber keine Zahlen. Medartis stellt Implantate her, die vor allem bei Knochenbrüchen zur Anwendung kommen.

Straumann, der 2004 für seine Implantat-Verdienste den Ehrendoktortitel in Medizin der Uni Basel erhielt, will nach eigenen Angaben «langfristig ausgerichteter Hauptinvestor» der Firma Straumann bleiben. Sein verbliebener Aktienanteil sei mit einer einjährigen Haltefrist belegt.

Der Unternehmer Straumann leistete sich neben den ertragreichen Medizinaltechnikunternehmen auch weniger rentable Liebhabereien, von denen er sich aber zumindest teilweise trennen will. So hat er im Oktober die Aktienmehrheit an der vor sieben Jahren reanimierten defizitären Schaffhauser Edeluhrenmarke H. Moser & Cie. verkauft.

SDA/mw

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