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Skywork erhält Konkurrenz: Neu fliegt bmi von Bern aus

Der Flughafen Bern baut sein Angebot aus. Ab Ende März fliegt die britischen Fluggesellschaft bmi zusammen mit der Lufthansa dreimal täglich von Bern nach München. Keine Freude an der neuen Situation hat Skywork.

Skywork erhält Konkurrenz auf der Linie Bern-München. Ab 29. März fliegt die britische Fluglinie bmi zusammen mit der deutschen Lufthansa von Montag bis Freitag dreimal täglich nach München.
Skywork erhält Konkurrenz auf der Linie Bern-München. Ab 29. März fliegt die britische Fluglinie bmi zusammen mit der deutschen Lufthansa von Montag bis Freitag dreimal täglich nach München.

Die britische Airline bmi kommt nach Bern. Ab Ende März macht sie der Berner Fluggesellschaft Skywork auf der Strecke Bern-München Konkurrenz. Bei Skywork ist man verärgert und kritisiert die Verantwortlichen des Flughafens Bern.

Diese hatten am Mittwochmorgen in Belp feierlich eine Delegation von bmi in Empfang genommen und über die Pläne der britischen Fluggesellschaft informiert. Der Flughafen Bern freue sich, mit bmi sein Angebot auszubauen, sagte Flughafen-Direktor Mathias Häberli vor den Medien.

Damit werde die Bundesstadt wieder an ein bedeutendes Luftfahrt-Drehkreuz angebunden, fügte er an. Skywork bietet nämlich reine Punkt-zu-Punkt-Verbindungen an, ohne Anschlussflüge in einem Verbund. Die britische bmi arbeitet hingegen mit der deutschen Lufthansa zusammen und bietet deshalb Verbindungen zu Destinationen in aller Welt via Drehkreuz München an.

Dreimal täglich von Montag bis Freitag will bmi ab dem 30. März die Strecke von Bern nach München bedienen. Bei der Ankunft in München stünden den Passagieren jeweils innerhalb von zwei Stunden Verbindungen zu 70 Destinationen zur Verfügung, sagte der kommerzielle Verantwortliche bei bmi regional, Paul Sies.

Skywork hat kein Verständnis

Keine Freude löste das neue Angebot bei Konkurrentin Skywork aus, die zweimal täglich die Strecke Bern-München bedient. Für das «unkoordinierte Vorprellen des Flughafenmanagements» habe man «überhaupt kein Verständnis», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Skywork sei der mit Abstand wichtigste Partner und grösster Umsatzträger des Flughafens Bern, hält die Airline fest. Was nun geschehen sei, widerspreche der partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die der Flughafen Skywork stets zugesprochen habe.

Nur dank dem Engagement von Unternehmern und anderen Persönlichkeiten aus dem Grossraum Bern wurde Skywork im Frühling 2014 rekapitalisiert, wie das Unternehmen weiter schreibt. Innert weniger Monaten sei eine Konsolidierung durchgeführt worden. Doch nun torpediere der Flughafen «den eingeleiteten Turnaround des Hombase-Carriers», schreibt Skywork.

Das Management des Flughafens Bern habe der regionalen Gesellschaft «eine ausländische Airline auf der ertragreichen Strecke München vor die Nase gesetzt», schreibt das Unternehmen.

Skywork: «Zu viele Flüge nach München»

Es sei unklug, wenn sich Airlines in Bern auf bestehenden Strecken konkurrenzierten, sagte Skywork-Sprecher Max Ungricht zudem auf Anfrage. Das Passagieraufkommen im Raum Bern sei nicht gross genug für so viele Flüge nach München.

Laut Skywork sind die Konsequenzen gross: Die Wirtschaftskreise, die sonst dem Flughafen wohlgesinnt seien, würden vor den Kopf gestossen. Beide Fluggesellschaften würden finanziellen Einbussen erleiden, schreibt Skywork. Langfristig gebe es nur Verlierer, zu denen wohl auch der Flughafen gehören werde.

Die Flughafen-Verantwortlichen in Bern sehen aber kein Problem. Für einen Regionalflughafen mit einem Einzugsgebiet wie die Region Bern brauche es eine Anbindung an einen Hub, sagte Flughafen-Sprecher Daniel Steffen auf Anfrage. Und es sei die Aufgabe des Flughafens, eine solche Anbindung zu erreichen.

Nun habe es sich so ergeben, dass bmi in Zusammenarbeit mit Lufthansa diese Anbindung sicherstellen werde, sagte Steffen. Alles Weitere werde der Markt regeln. Skywork habe immerhin den Vorteil, in Bern-Belp stationiert zu sein. Die Berner Fluggesellschaft fliegt denn auch morgens früher nach München als künftig bmi.

Südanflug verzögert sich

Für den Flughafen Bern gibt es in diesem Jahr noch ein weiteres wichtiges Thema: der umstrittene Südanflug. «Das Projekt für die Südanflüge sind nicht sistiert, das Verfahren läuft», sagte Flughafen-Chef Häberli am Mittwoch dazu.

Aufgrund der Einsprachen gegen das Südanflugverfahren habe das Bundesamt für Umwelt weitere Angaben angefordert. Für diese Replik habe es nun Zeit gebraucht. Zwar habe es nun Verzögerungen gegeben, doch das Südanflugverfahren dürfte in diesem Jahr genehmigt werden, sagte Häberli.

Zurückgestellt ist momentan nur die sogenannte Luftraumanpassung, wie der Flughafen-Direktor sagte. Diese erfolge erst, wenn die Plangenehmigung erteilt sei. Bei der Luftraumanpassung geht es darum, einen neuen Teil des Luftraums dem Flughafen Bern für die Südanflüge zuzuweisen.

Die Aviatiker wehren sich dagegen, weil sie sich in ihren Freiheiten eingeschränkt sehen. Denn wenn die Luftraumanpassung in Richtung Oberland erfolgt, können sich Deltasegler, Gleitschirmpiloten und Segelflieger südlich des Flughafens Bern nicht mehr frei bewegen. Der Zugang ist dann nicht verwehrt, muss aber angemeldet werden.

SDA/tag

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