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Sparlicht für die Strassenbeleuchtung

Der Lichtspezialist Asetronics erweitert seine Geschäftstätigkeit: Zusammen mit der Firma Brüco stellt die Ex-Ascom-Tochter Energie sparende Strassenbeleuchtungen her. In Bern wird bald getestet.

Die Passanten in der Hauptstrasse in Grindelwald merken nicht, dass Leuchtdioden und nicht Glühbrinen die Strasse beleuchten.
Die Passanten in der Hauptstrasse in Grindelwald merken nicht, dass Leuchtdioden und nicht Glühbrinen die Strasse beleuchten.
Markus Hubacher

Beleuchtung verschlingt weltweit einen Fünftel des elektrischen Energieverbrauchs. Würden sämtliche Lichter auf der Welt durch Energie sparende Lampen ersetzt, könnte der Anteil des Stromverbrauchs sogar auf einen Zehntel verringert werden. Einen Beitrag dazu wollen die Firmen Asetronics und Brüco leisten. Beide sind derzeit daran, die «Licht-Eule» zur Marktreife zu bringen. Dabei handelt es sich um eine Energie sparende Strassenbeleuchtung, die auf alle Lichtmaste aufgesetzt werden kann.Längere LebensdauerWeil die «Licht-Eule» Leuchtdioden (LED) statt herkömmliche Glühbirnen beinhaltet, verfügt sie über eine längere Lebensdauer. «Einmal in Betrieb genommen, leuchtet die LED-Strassenbeleuchtung 20 Jahre lang, ohne ersetzt werden zu müssen», sagt André Maurer, Firmenchef und Verwaltungsratspräsident der Berner Asetronics. Zum Vergleich: Bei einer herkömmlichen Strassenlampe muss nach etwa zwei bis drei Jahren der Leuchteneinsatz ausgewechselt werden.Zudem verbraucht die LED-Strassenleuchte dreimal weniger Strom als traditionelle Systeme. Das lohnt sich, wie das Elektrizitätswerk Grindelwald berechnet hat. Würde die Gemeinde Grindelwald sämtliche 35 Kandelaber an der Hauptstrasse mit «Licht-Eulen» bestücken, würde sie 5000 Franken an Stromkosten pro Jahr sparen. Bei allen 450 Kandelabern auf dem Gemeindegebiet betrüge das Sparpotenzial bereits über 500'000 Franken.Derzeit testet Brüco die «Licht-Eule» an drei Kandelabern an der Hauptstrasse in Grindelwald. Bei diesen Prototypen steckt allerdings noch keine Asetronics-Technologie drin. Brüco mit Sitz in Rümlang hat vor allem in Zürich durch sein Designabfallbehälter «Abfall-Hai» Bekanntheit erlangt.Die Strassenbeleuchtung mit Berner Knowhow wird erst im August auf Herz und Nieren geprüft; an der Freiburgstrasse in Bern – quasi vor der Haustüre von Asetronics.Als weitere Vorteile der «Licht-Eule» nennen die beiden Firmen Sicherheit und Effizienz. Weil das Licht der Strassenleuchte physikalisch dem Sonnenlicht ähnelt, werden Farben in der Nacht deutlicher unterscheidbar. «Der Fussgängerstreifen sieht dann auch wirklich gelb aus», sagt Maurer. Das schaffe mehr Sicherheit im nächtlichen Strassenverkehr.Schliesslich ist der Lichtstrahl gezielt auf die Strasse gerichtet. «Die ‹Licht-Eule› leuchtet damit Strasse und Trottoir aus und nicht die Vorgärten und Schlafzimmer», sagt Brüco-Chef Marcel Strebel.Zwischen beiden Geschäftspartnern herrscht klare Aufgabentrennung: Asetronics ist Technologiezulieferer von Brüco. Die ehemalige Tochterfirma von Ascom zeichnet für die Elektronik, das Lichtsystem und den Zusammenbau der Strassenleuchte verantwortlich. Asetronics ist unter anderem auf LED-Anwendungen spezialisiert. So stellt die Firma etwa Bremslichter für die Autoindustrie, Operationsleuchten für Spitäler sowie Untersuchungsleuchten für Zahnärzte her. Brüco kümmert sich um die Installation und den Vertrieb der «Licht-Eule». Als dritter Partner treten die beiden Industriedesignbüros Zemp+ Partner Design aus Zürich und Quadesign aus Zug auf. Sie haben die «Licht-Eule» gestaltet.Lancierung im HerbstBereits im Herbst soll das neue Produkt kommerzialisiert werden. Voraussetzung ist, dass die «Licht-Eule» alle notwendigen Zulassungen erhält. Das Potenzial alleine in der Schweiz ist gross: Es gibt geschätzte 700'000 Kandelaber. Noch verlockender ist Deutschland: Dort gibt es rund fünf Millionen Strassenleuchten. Der Marktpreis für die «Licht-Eule» liegt bei knapp 2000 Franken.Asetronics rechnet mit einem Geschäftspotenzial von einigen Tausend Leuchten und damit einigen Millionen Franken pro Jahr.

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