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Spionage beim Gripen-Hersteller?

Saab-Chef Hakan Buskhe beklagt, sein Handy würde abgehört. Und zwar im Zusammenhang mit dem milliardenteuren Kampfjet-Deal mit der Schweiz.

Soll belauscht worden sein: Saab-CEO Hakan Buskhe.
Soll belauscht worden sein: Saab-CEO Hakan Buskhe.
Keystone

«Schmutzige Spiele rund um den Gripen-Deal», titelt die schwedische Tageszeitung «Svenska Dagbladet». Was ist geschehen? Sein Handy sei im Zusammenhang mit dem kürzlich vereinbarten Verkauf von 22 Kampfjets des Typs Gripen an die Schweiz abgehört worden, sagt Saab-Chef Hakan Buskhe gegenüber dem Blatt. Das schwedische Industrieunternehmen bestätigte gegenüber der «Berner Zeitung» die Angaben ihres Chefs.

«Natürlich bin ich überrascht ob den Methoden unserer Konkurrenten. Ich wurde beobachtet und ich weiss, dass mein Handy mehrmals abgehört wurde», erklärt der Manager gegenüber der Zeitung. «Svenska Dagbladet» sieht den Fall als Zeichen dafür, dass es für Saab an der Zeit sei, sich aus dem Rüstungsgeschäft zu verabschieden. Bei den Geschäften mit den Kampfjets blieben zu viele Fragezeichen. Der Konzern solle vielmehr auf die zivile Sparte setzen.

Im letzten Herbst hatte die Schweiz entschieden, 22 Maschinen des Typs JAS-39 Gripen von Saab zu beschaffen. Der günstige Preis gab den Ausschlag gegenüber den Konkurrenzmodellen von Dassault und EADS. Die politische Debatte aber liess nicht lange auf sich warten. Die Kampfjet-Lobby monierte, der Gripen genüge den Ansprüchen der Schweizer Luftwaffe nicht. Als bald darauf heikle Details über die zu beschaffenden Maschinen via Medien an die Öffentlichkeit gelangten, war der Schlamassel perfekt.

Inzwischen wurde in der Sache Gripen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Allgemein geht man davon aus, dass aus den Ämtern von Bundesrat Ueli Maurer Informationen an die Medien weitergespielt wurden.

as/bru

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