Zum Hauptinhalt springen

Strasse wird günstiger – die Bahn immer teurer

Der Schienenverkehr verliert gegenüber dem Strassenverkehr zusehends an Attraktivität. Während der Autokilometer seit 2013 rund 7 Prozent günstiger geworden ist, schlägt die Bahn auf.

Strasse oder Schiene? Die Bahn hat gegenüber dem Privatverkehr seit 2013 nochmals an Attraktivität verloren. (Archivbild)
Strasse oder Schiene? Die Bahn hat gegenüber dem Privatverkehr seit 2013 nochmals an Attraktivität verloren. (Archivbild)
Gaetan Bally, Keystone

Trotz Negativteuerung wurden Zugfahrer in den vergangenen Jahren stärker zur Kasse gebeten als Autofahrer. Dies zeigt eine neue Untersuchung des Preisüberwachers.

Der öffentliche Verkehr habe seit 2013 in preislicher Hinsicht an Boden verloren, schreibt der Preisüberwacher in seinem am Donnerstag erschienenen Newsletter. Dagegen habe der motorisierte Individualverkehr von sinkenden Benzinpreisen und tieferen Neuwagenpreisen profitiert. Im Vergleich zur allgemeinen Teuerung sei er sogar günstiger geworden.

ÖV-Einzelbillette kosten gegenüber 1990 über 45 Prozent mehr

Damit setzt sich ein Trend fort, den der Preisüberwacher bereits in einer früheren Untersuchung festgestellt hatte. 2013 war er zum Schluss gekommen, dass die Kosten für Bahnreisende im Vergleich zu jenen der Autolenker seit 1990 deutlich stärker gestiegen seien.

Die Tarifentwicklung des GA und Halbtax

Quelle: www.preisueberwacher.admin.ch
Quelle: www.preisueberwacher.admin.ch

Klicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrössern.

Im Privatverkehr erhöhten sich die Kosten für den einzelnen Autolenker um rund 30 Prozent. Bei den einfachen Einzelbilletten im öffentlichen Verkehr betrug die Preissteigerung hingegen über 45 Prozent, bei den Retourfahrten im öffentlichen Verkehr sogar fast 80 Prozent. Das Halbtaxabonnement wurde gegenüber 1990 um rund 60 Prozent teurer, das GA um 65 Prozent.

Im Widerspruch zu Zielen des Bundes

Dass sich die Kostenschere zwischen dem Schienen- und Strassenverkehr nun weiter öffnet, gibt dem Preisüberwacher zu denken. Diese gegensätzliche Kostenentwicklung stehe im Widerspruch zu den Mobilitätszielen des Bundes, die einen grösseren Anteil des öffentlichen Verkehrs erwarteten.

Zudem ist der Ausblick alles andere als rosig. Die Bahnpreise würden auf den Fahrplanwechsel Ende Jahr erneut steigen, schreibt der Preisüberwacher im Bericht. In den nächsten Jahren erwartet er weitere Kostensteigerungen im regionalen Personenverkehr.

Fünf Strecken verglichen

In der Studie wurden die Kosten untersucht, welche den Verkehrsteilnehmern beim Benutzen eines Autos beziehungsweise der Bahn auf fünf Strecken anfallen (Bern-Zürich, Lausanne-Genf, Wattwil-Romanshorn, Locarno-Bellinzona und Disentis/Mustér-Chur). Die fünf Strecken wurden aufgrund der beim Verband öffentlicher Verkehr (VöV) vorhandenen Daten zur Entwicklung im Schienenverkehr bestimmt.

Die Fahrkosten beim Strassenverkehr wurden aufgrund des Kilometerkosten-Index des Touring Club Schweiz (TCS) bestimmt. Beim Bahnverkehr lag der Fokus auf der Entwicklung der Einzelfahrtentarife in der 2. Klasse ohne zusätzliche Ermässigung.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch