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Strenge Kontrollen für Ratingagenturen

Die EU-Kommission gibt den Ratingagenturen eine Mitschuld an der Finanzmarktkrise. Deshalb sollen diese stärker beaufsichtigt werden.

Als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise will die EU-Kommission Ratingagenturen einer verbindlichen Kontrolle unterwerfen. Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy schlug heute ein Registrierungsverfahren für die Agenturen vor, damit die Aufsichtsbehörden in Europa ihre Arbeit überwachen können. Der freiwillige Verhaltenskodex der Branche habe sich als «Papiertiger» erwiesen, erklärte McCreevy.

Die Kommission gibt den Ratingagenturen eine Mitschuld an der Finanzmarktkrise, weil sie das Risikopotenzial von Kreditpapieren massiv unterbewertet und damit Wertpapierhändler und Banken in Sicherheit gewiegt hätten. «Ich glaube, der Ruf der Ratingagenturen hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren massiv verschlechtert», sagte McCreevy mit Blick auf die Krise. Sein Vorschlag könne zur Rehabilitierung der Branche beitragen. In den USA sei eine Registrierung bereits vorgeschrieben.

Verhaltenskodex für Ratingagenturen

Die Kommission will die Ratingagenturen zudem auf einige Verhaltensregeln verpflichten. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, sollen Ratingagenturen nicht länger Finanzinstitutionen beraten und gleichzeitig deren Produkte bewerten dürfen. Ähnliche Regeln sind bereits in einem Verhaltenskodex der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) enthalten, dieser ist für die Agenturen aber nicht verbindlich.

McCreevys Vorschlag bedarf der Zustimmung der EU-Regierungen und des Europaparlaments. Der Binnenmarktkommissar äusserte die Hoffnung, dass die Neuregelung Ende nächsten Jahres in Kraft treten könnte.

AP/vin

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