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Studie: Energiewende bringt 85'000 neue Jobs

Setzt die Schweiz in Zukunft voll auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien, könnten laut einer Schätzung Zehntausende neue Arbeitsplätze entstehen. Die Studie hat allerdings einen Haken.

fko
Könnte neue Jobs in Bergkantonen schaffen: Ein Ausbau der Windenergie – im Bild ein Windrad in Charrat, Wallis. (Archivbild)
Könnte neue Jobs in Bergkantonen schaffen: Ein Ausbau der Windenergie – im Bild ein Windrad in Charrat, Wallis. (Archivbild)
Keystone

Die Energiewende könnte zum Jobmotor werden: 85'000 neue Arbeitsplätze entstehen bis 2035 in der Schweiz, wenn die Potenziale für Energieeffizienz und neue erneuerbare Energien genutzt werden. Dies hat die Schweizerische Energiestiftung (SES) errechnet.

Schon heute bietet der Sektor der erneuerbaren Energien 22'300 Vollzeitstellen, was aber erst 0,6 Prozent aller Beschäftigten ausmacht. Da die Potenziale für neue erneuerbare Energien und vor allem für die Energieeffizienz noch kaum genutzt seien, liessen diese Zahlen «grosse Erwartungen für die Entwicklung der Anzahl Arbeitsplätze in diesen Bereichen zu», heisst es in der heute Mittwoch veröffentlichten Studie.

Kanton Bern als Spitzenreiter

Gemäss den Berechnungen entstehen allein in Zürich und Bern je über 10'000 neue Stellen. Profitieren dürften vor allem die Elektronik- und Elektrikbranche, der Maschinenbau sowie Planung und Beratung. Der Ausbau der Windenergie würde im Wallis, in Graubünden und im Tessin zur Schaffung zusätzlicher Stellen führen. Im Tessin ist die Erzeugung von Wärme und Strom aus Holz arbeitsplatzrelevant, in der Waadt die Energieerzeugung durch Biogas.

In absoluten Zahlen ist der Kanton Bern Spitzenreiter in allen Sparten. Im Verhältnis zur Anzahl bestehender Arbeitsplätze dürfte die Energiewende aber nicht in städtischen Regionen die grössten Auswirkungen haben, sondern in strukturschwachen Kantonen wie Graubünden, Jura, Uri oder Wallis.

Verdrängte Arbeitsplätze nicht berücksichtigt

Bei der geschätzten Anzahl neuer Arbeitsplätze handelt es sich um eine Bruttoberechnung: Die verdrängten Arbeitsplätze etwa in der Atomindustrie sind nicht berücksichtigt. Mit dem Rückbau dürfte aber auch dieser Sektor noch jahrzehntelang Stellen generieren, gibt SES-Projektleiter Felix Nipkow zu bedenken.

Zudem handelt es sich nach seinen Angaben bei der ermittelten Anzahl neuer Arbeitsplätze um eine konservative Berechnung. So seien etwa die Potenziale der Wasserkraft und der Geothermie nicht berücksichtigt. Die Studie der SES basiert auf einer Potenzialanalyse, welche die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erstellt hat.

(SDA)

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