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Suva senkt Prämien – aber nicht für alle

Um durchschnittlich sieben Prozent verringert die Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung die Prämien für 2012. Manche müssen trotzdem mehr zahlen als dieses Jahr.

Die Versicherung blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Suva-Kampagne im Zürcher Hauptbahnhof.
Die Versicherung blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Suva-Kampagne im Zürcher Hauptbahnhof.
Keystone

Die Suva hat im Jahr 2010 den Gewinn von 188,2 Millionen Franken auf 244,4 Millionen Franken gesteigert und den Deckungsgrad von 118 auf 121 Prozent erhöht. Sie wird deshalb 2012 die Prämien für die Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung im Schnitt um 7 Prozent senken.

Wie hoch die effektiven Prämien 2012 seien, hänge vom Risiko des Betriebes und der Branche ab, sagte Ulrich Fricker, Vorsitzender der Suva-Geschäftsleitung, vor den Medien in Luzern. Er geht davon aus, dass die Prämien für über 80 Prozent der Betriebe sinken.

Die Suva beziffert das Volumen dieser fünften Prämiensenkung in Folge auf rund 275 Millionen Franken. Dies sei ein Beitrag an den Industriestandort Schweiz, sagte Fricker. Möglich wird die Prämiensenkung nach Angaben der Suva nicht zuletzt dank einer überdurchschnittlich Anlageperformance von 5,6 Prozent. Finanzchef Ernst Mäder bezeichnete die Kapitalanlagen als «dritten Prämienzahler», der langfristig rund 30 Prozent der Versicherungsleistungen finanzieren werde.

Positiv wirkten sich ferner die rückläufigen Rentenkosten, die erfolgreichen Wiedereingliederungsmassnahmen, die Prävention und eine rigorose Kostenkontrolle auf die Finanzlage aus.

Höhere Einnahmen trotz Prämiensenkung

Trotz tieferen Prämien stiegen im Jahr 2010 die Prämieneinnahmen um 2,0 Prozent auf 4,3 Milliarden Franken. Die Suva profitierte davon, dass in der Baubranche Hochkonjunktur herrschte. Die Versicherungsleistungen nahmen verhältnismässig schwach um 0,7 Prozent zu und beliefen sich auf 3,9 Milliarden Franken.

Zum Gewinn von 244 Millionen Franken trug die Risikorechnung 172 (2009: 123) Millionen Franken bei. Mäder betonte, dass alle Suva-Versicherungszweige Überschüsse erwirtschafteten. Die Zinsrechnung schloss mit 70 (56) Millionen Franken im Plus, die Verwaltungskostenrechnung mit 2 (10) Millionen Franken.

Mehr Berufsunfälle, weniger Invalide

Die Zahl der Berufsunfälle nahm im letzten Jahr um 3,7 Prozent auf 181'868 zu. Die Suva führt dies darauf zurück, dass weniger Betriebe auf Kurzarbeit gesetzt waren als 2009. Zudem fielen viele Feiertage auf Wochenenden, das heisst es wurde mehr gearbeitet.

Um 16 Prozent auf 2919 gestiegen sind Berufskrankheitsfälle. Auffallend ist hier, dass es im Gesundheitswesen viel mehr Schnitt- und Stichverletzungen mit möglichen Infektionen gegeben hat. Die Nichtberufsunfälle blieben konstant, währen die Zahl der Unfälle von Arbeitslosen konjunkturbedingt zugenommen hat.

Insgesamt bewirtschaftete die Suva 458'894 Schadenfälle, was einem Plus von 2,2 Prozent entspricht. Die Zahl der neu gesprochenen Invalidenrenten fiel dagegen um 3,5 Prozent auf ein Rekordtief von 1978. Seit 2003 konnten hier die Kosten nahezu halbiert werden.

2011 dürfte für die Suva versicherungstechnisch ein gutes Jahr werden. Es gibt aber auch Ungewissheiten, etwa die Auswirkungen der Staatsverschuldungen auf die Finanzmärkte oder die Folgen des starken Frankens auf die Konjunktur.

SDA/miw

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