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Swiss Re mit massiv weniger Gewinn

Der Rückversicherer Swiss Re muss einen starken Gewinneinbruch hinnehmen. Ein Abschreiber in Folge eines Verkaufs in den USA drückte das Resultat im zweiten Quartal auf 83 Millionen Dollar.

Enttäuschendes Ergebnis: Der Hauptsitz des Rückversicherers Swiss Re in Zürich. (Archivbild)
Enttäuschendes Ergebnis: Der Hauptsitz des Rückversicherers Swiss Re in Zürich. (Archivbild)
Keystone

Ein Milliardenabschreiber in den USA hat den Gewinn der Swiss Re im zweiten Quartal von 960 Millionen Dollar auf 83 Millionen Dollar zusammengestutzt. Ansonsten hat der Versicherer aber mehr eingenommen als im Vorjahr, relativ wenig für Schäden zahlen müssen, und er hat dank Reserveauflösungen die Erwartungen übertroffen.

Der Verkauf geschlossener Versicherungsportefeuilles in den USA an den Prudential-Konzern verursachte nach Angaben einen Abschreiber von gut 1 Milliarden Dollar. Über die Abteilung Admin Re verwaltet der Konzern Leben- und Krankenversicherungsprodukte, die von Erstversicherern nicht mehr verkauft werden.

Verlust «eigentlich ein Gewinn»

Den Verlust nahm der Konzern unter seinem Chef Michel Liès in Kauf, weil sie das viel Kapital bindende Admin-Re-Geschäft in den USA als zu wenig lukrativ einstufte. Durch den Verkauf der US-Tochter setzt die Swiss Re 900 Millionen Dollar Kapital frei, das Liès in gewinnversprechenderen Geschäften einsetzen will. Für Finanzchef George Quinn ist der Verlust eigentlich ein Gewinn. Die Swiss Re erlange einen wirtschaftlichen Vorteil von 300 Millionen Dollar, sagte er. In der klassischen Rückversicherung belasteten nur wenig Katastrophenschäden die Kassen des Konzerns. Schadenforderungen entstanden der Swiss Re unter anderem durch Erdbeben in Norditalien, Tornados in den USA und die Havarie des Passagierschiffes Costa Concordia, ebenfalls in Italien.

Dazu konnte der weltweite Branchenzweite Rückstellungen aus früheren Jahren auflösen. Auf diese Weise entkam die Swiss Re den roten Zahlen und übertraf die Erwartungen der Analysten, die wegen Admin Re einen Verlust erwartet hatten. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten waren im Schnitt von einem Minus von 168 Millionen Dollar ausgegangen. Analyst Fabrizio Croce vom Brokerhaus Kepler kritisierte aber nach der Ergebnispräsentation, die Reserveauflösungen hätten das Ergebnis aufgeblasen. Die Grundlage der Zahlen sei eher schwach. Auch andere Experten zweifelten an der «Gewinnqualität». Der Aktienkurs der Swiss Re sank um 2,3 Prozent auf 60,50 Franken.

Mehr Prämien

Bei den Einnahmen profitiert die Swiss Re von Preisen auf dem Markt für Risikoschutz, die in Folge der Erdbeben in Japan und Neuseeland und der Überschwemmungen in Thailand 2011 gestiegen sind. Die verdienten Prämien erhöhten sich um 14 Prozent auf 6,13 Milliarden Dollar. Analysten hatten etwas weniger vorausgesagt.

Der Anteil von Schadenleistungen und Verwaltungskosten am Prämienvolumen (Combined Ratio) betrug im Quartal 85,7 Prozent, womit die Swiss Re die Prognosen ebenfalls übertraf: Die Analysten hatten eine für den Konzern schlechtere Combined Ratio von etwa 90 Prozent vorausgesagt. Im zweiten Quartal 2011 war das Verhältnis mit 81,4 Prozent allerdings noch besser gewesen.

SDA/ses

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