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Swisscom fährt fast 800-Millionen-Gewinn ein

Im ersten Halbjahr liegt der «blaue Riese» bei Umsatz und Ebitda unter den Erwartungen. Der Reingewinn ist hingegen höher als von Finanzanalysten geschätzt.

Der Konzern passt seine Prognose fürs Gesamtjahr nach oben an: Eine Kundin sieht sich in einem Swisscom-Shop in Lausanne ein Handy an. (8. Juli 2015)
Der Konzern passt seine Prognose fürs Gesamtjahr nach oben an: Eine Kundin sieht sich in einem Swisscom-Shop in Lausanne ein Handy an. (8. Juli 2015)
Christian Beutler, Keystone

Die Swisscom hat im ersten Halbjahr Kurs gehalten: Der Umsatz stieg leicht, der Gewinn sank leicht. Während die Swisscom sich mit den Resultaten zufrieden zeigte, regierten die Anleger mit Verkäufen: Der Kurs der Swisscom-Aktie geriet erheblich unter Druck.

Der Umsatz stieg um 1 Prozent auf 5,758 Milliarden Franken, wie der grösste Schweizer Telekomkonzern am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) sank indes um 2,2 Prozent auf 2,133 Milliarden Franken.

Reingewinn von 784 Millionen Franken

Ohne Sondereffekte wäre der Betriebsgewinn um 1,9 Prozent geklettert, hiess es weiter. Zu den Sondereffekten zählen Firmenkäufe und -verkäufe, Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien und Aufwendungen für die Personalvorsorge. Unter dem Strich weist die Swisscom einen Reingewinn von 784 Millionen Franken aus. Das sind 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Damit hat der «blaue Riese» die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Umsatz und Betriebsgewinn (Ebitda) in etwa getroffen, beim Reingewinn dagegen übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 5,767 Milliarden Franken, einem Ebitda von 2,138 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 770 Millionen Franken gerechnet.

Swisscom-Chef zufrieden

«Trotz Preissenkungen beim Roaming, Währungseinflüssen und starkem Wettbewerb ist unser Ergebnis im ersten Halbjahr solide und gut», wird Swisscom-Chef Urs Schaeppi im Communiqué zitiert. «Auf vergleichbarer Basis haben wir den Umsatz wie auch das Betriebsergebnis (Ebitda) gesteigert.»

Die Anlegern reagierten dennoch mit Verkäufen. Der Preis der Swisscom-Aktie tauchte an der Schweizer Börse bis gegen 11.30 Uhr um 1,8 Prozent. Derweil lag der Gesamtmarkt gemessen am SMI um 0,9 Prozent im Minus.

Analysten merkten aber an, dass einzig positive Überraschungen beim Ergebnis ausgeblieben seien. Dies dürfte einige Investoren nach der guten Entwicklung des Titels in den vergangenen Wochen zu Gewinnmitnahmen veranlasst haben. Insgesamt befanden die Finanzexperten das Swisscom-Resultat als solide.

Viele Neukunden gewonnen

Die Swisscom habe sehr viele Neukunden vor allem bei Swisscom TV und den Bündelverträgen gewonnen, erklärte Schaeppi in einer Telefonkonferenz. Die Zahl der Kunden mit Bündelangebot stieg innert Jahresfrist um 17,7 Prozent auf 1,31 Millionen.

Auch im Festnetz halte das Wachstum an, sagte Schaeppi. Swisscom TV konnte innerhalb eines Jahres 147'000 Neukunden gewinnen. Das sei ein Plus von 13,5 Prozent. Insgesamt schauen 1,2 Millionen Haushalte mit der Swisscom fern. Die Breitbandanschlüsse nahmen um 3,6 Prozent zu.

Mehr Kunden

Damit habe die Swisscom die Einbusse bei den Festnetzanschlüssen (minus 4,7 Prozent) mehr als kompensiert, sagte Schaeppi. Auch im Mobilfunk konnten 1,7 Prozent mehr Kunden gewonnen werden.

Das Mobilfunknetz wird weiter ausgebaut. Die Swisscom testet derzeit bei der vierten Mobilfunkgeneration LTE (auch 4G genannt) Bandbreiten von 450 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), die bereits Ende Jahr angeboten werden sollen. Das wäre eine Verdreifachung der Surfgeschwindigkeiten. Zuerst zum Handkuss dürften die grossen Schweizer Städte kommen.

Ziele fürs Gesamtjahr etwas erhöht

Als Folge des jüngst wieder etwas schwächer gewordenen Franken passt die Swisscom ihren Ausblick für das Gesamtjahr leicht an. Das Unternehmen rechnet neu mit einem durchschnittlichen Euro-Kurs von 1,05 Franken, nachdem man bisher von einem Euro-Kurs von 1:1 ausgegangen war.

Auf dieser neuen Basis rechnet das Management nun mit einem Nettoumsatz von über 11,5 Milliarden Franken statt bisher mit etwas über 11,4 Milliarden Franken. Und auch der Ebitda soll etwas höher ausfallen.

Fastweb von Frankenstärke betroffen

Insgesamt erwartet die Swisscom als Folge des Frankenschocks weiterhin ein tieferes Ergebnis als im Vorjahr 2014, als 11,7 Milliarden Franken Umsatz und 4,41 Milliarden Franken Ebitda erreicht wurden. Ein Plus oder Minus von 5 Rappen beim Euro-Kurs führt gemäss früheren Angaben auf Jahresbasis zu einer Veränderung beim Umsatz von 100 Millionen Franken und beim Ebitda von 25 Millionen Franken.

Den harten Franken spürt die Swisscom insbesondere bei der italienischen Breitbandtochter Fastweb. Diese sei operativ sehr gut unterwegs und habe die Kundenzahl gesteigert, hiess es. Der Umsatz von Fastweb stieg um 6,9 Prozent auf 862 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn legte gar um 10,2 Prozent auf 260 Millionen Euro zu.

Vom Wachstum blieb aber bei der Umrechnung in Franken wenig übrig - im Gegenteil: Der ausgewiesene Umsatz von Fastweb sank um 6,2 Prozent auf 921 Millionen Franken, der Ebitda schrumpfte um 3,1 Prozent auf 278 Millionen Franken.

SDA

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