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Thyssen-Manager muss ins Gefängnis

Bei einem Brand in einem Werk des deutschen Stahlkonzerns kamen 2007 in Italien sieben Arbeiter ums Leben. Jetzt hat ein Gericht den Italien-Chef von ThyssenKrupp zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Bei der Arbeit verunfallt: Mitarbeiter des ThyssenKrupp-Konzerns trösten einander am Tag des Unfalls in Turin.
Bei der Arbeit verunfallt: Mitarbeiter des ThyssenKrupp-Konzerns trösten einander am Tag des Unfalls in Turin.
Keystone

Der für Italien verantwortliche Geschäftsführer des grössten deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp wurde zu sechzehneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er muss sich für einen Brand in einem Werk in Turin, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen, verantworten.

Fünf weitere Manager des Unternehmens wurden laut Agenturberichten wegen fahrlässiger Tötung zu Haftstrafen bis zu dreizehneinhalb Jahren verurteilt. Nach dem Tod der Arbeiter wurden in Italien Rufe nach besseren Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz laut.

ThyssenKrupp erklärte nach dem Brand, es gebe keinen Beleg dafür, dass Verstösse gegen Sicherheitsbestimmungen bei dem Feuer eine Rolle gespielt hätten. Ein Arbeiter starb bei dem Unfall im Dezember 2007 sofort, die anderen sechs erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.

«Nie ein Zufall»

Der Prozess wurde in Italien als historisch gefeiert, da erstmals im Zusammenhang mit einem Unfall am Arbeitsplatz eine solche Anklage erhoben wurde - die nun auch zu einem Schuldspruch geführt hat. «Ich denke, dieses Urteil kann viel für die Sicherheit am Arbeitsplatz bedeuten», sagte Staatsanwalt Raffaele Guariniello. Es sei «bahnbrechend».

Das Urteil, welches nach stundenlangen Beratungen gefällt wurde, ist nur eines in erster Instanz und kann noch angefochten werden. ThyssenKrupp bezeichnete das Urteil in einer Erklärung als «unbegreiflich und unerklärlich».

Die italienische Metallgewerkschaft FIOM begrüsste den Schuldspruch: «Wenn Arbeiter am Arbeitsplatz verletzt oder getötet werden, ist das nie ein Zufall, sondern immer jemandes Verantwortung», hiess es in einer Mitteilung.

SDA/oku

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