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Trio gewinnt den Wirtschaftsnobelpreis

Peter Diamond, Dale Mortensen und Christopher Pissarides erhalten den Nobelpreis in Wirtschaft. Sie werden für ihre Theorien ausgezeichnet, die erklären, wie Wirtschaftspolitik die Arbeitslosigkeit beeinflusst.

Die drei Gewinner: Peter Diamond, Dale Mortensen und Christopher Pissarides.
Die drei Gewinner: Peter Diamond, Dale Mortensen und Christopher Pissarides.
AFP

Der Wirtschafts-Nobelpreis 2010 geht an zwei US-Wissenschaftler und einen Briten für ihre Untersuchung von Mechanismen auf dem Arbeitsmarkt. Ausgezeichnet werden die US-Ökonomen Peter A. Diamond und Dale T. Mortensen sowie der Brite Christopher A. Pissarides, der auf Zypern geboren ist.

Die Schwedische Akademie begründete ihre Entscheidung damit, dass die drei Forscher entscheidende Fragen zur Funktionsweise des Arbeitsmarktes beantwortet hätten. Unter anderem gehe es darum, warum es gleichzeitig eine hohe Zahl von Arbeitslosen bei starker Nachfrage nach Arbeitskraft geben könne. Die Politik habe sich die Erkenntnisse der drei in dem nach ihnen benannten Modell zunutze machen können.

Experte für Sozialversicherungssysteme

Diamond, Professor am Massachusetts Institute for Technology (MIT), ist ein Experte für das Sozialversicherungssysteme, Renten und Steuern. US-Präsident Barack Obama nominierte den 70-Jährigen für eine Position in der amerikanischen Notenbank Fed. Doch der Senat bestätigte ihn nicht mehr rechtzeitig vor der heissen Phase des laufenden Wahlkampfs um die Sitze im US-Kongress.

Der 71-jährige Mortensen ist Wirtschaftsprofessor an der Northwestern University in Evanston im US-Staat Illinois. Pissarides, mit 62 Jahren der jüngste der drei Forscher, lehrt an der London School of Economics.

Pissarides sagte in einem Telefonat mit der Schwedischen Akademie kurz nach der Bekanntgabe, er sei über die Zuerkennung des Preises «ziemlich überrascht und sehr froh». Er teilt sich die Dotierung von umgerechnet 1,47 Millionen Franken mit seinen beiden US-Kollegen. «An das Geld habe ich überhaupt noch nicht gedacht», sagte Pissarides auf die Frage, was er mit dem Preisgeld machen will. Der Preis wird am 10. Dezember in Stockholm überreicht.

Ein Nachzügler

Der Wirtschaftsnobelpreis ist ein Nachzügler unter den Auszeichnungen: Im Gegensatz zu allen anderen Nobelpreisen wurde der Preis für Wirtschaftswissenschaften nicht 1895 von dem Unternehmer Alfred Nobel, sondern erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet. Die Auszeichnung «in Gedenken an Alfred Nobel» soll an Wissenschaftler vergeben werden, die dazu beitragen, die wirtschaftspolitischen Aufgaben der Gegenwart zu bewältigen.

In seinem Testament stiftete der Dynamit-Erfinder Alfred Nobel 1896 aber nur die Preise für Physik, Chemie und Medizin sowie für Literatur und für das Engagement für den Frieden. Die Wirtschaftswissenschaften waren dem Chemiker und Industriellen Nobel Zeit seines Lebens suspekt – und schienen ihm nicht preiswürdig.

Ein Ausschuss der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften sammelt jährlich mehrere Hundert Nominierungen und schlägt dann einen oder mehrere Kandidaten vor. Den letzten Entscheid fällt die Vollversammlung der Akademie. Erste Preisträger waren 1969 der Norweger Ragnar Frisch und der Niederländer Jan Tinbergen. Der Preis wurde bisher an 64 Wirtschaftswissenschaftler vergeben – die meisten von ihnen sind Amerikaner. Als erste Frau war 2009 die US-Professorin Elinor Ostrom ausgezeichnet worden.

dapd/pbe, jak

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