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Ein Erfolg mit schalem Nachgeschmack

Behörden und Politik müssten über die Bücher und prüfen, warum Ermittlungen in Fällen wie jener Dieter Behrings so lange dauern, sagt Redaktor Mischa Aebi.

Geschlagene zwölf Jahre hat die Bundesanwaltschaft für die Ermittlungen im Fall Dieter Behring benötigt. Ein Teil der Taten des grössten Betrügers in der Schweizer Geschichte sind vor der Verurteilung bereits verjährt. Das lässt die Bundesanwaltschaft trotz des gestrigen Schuldspruchs schlecht dastehen. Dass ein Verfahren so lange dauert, ist für den Beschuldigten und mehr noch für die Opfer schlicht nicht zumutbar. Mehrere sind in der Zwischenzeit gestorben.

Immerhin beweist das Urteil des Bundesstrafgerichts, dass die Schweizer Justiz bei so komplexen Wirtschaftsfällen doch nicht gänzlich machtlos ist. Dass das Gericht den selbst ernannten Börsen­zauberer nun zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt hat, zeigt, dass die Anklageschrift entgegen den Behauptungen von Behrings Anwälten eben doch brauchbar war. Und es zeigt, dass die Ermittler des Bundes eben auch in diesem schwierigen Fall letztlich brauchbare Arbeit geliefert haben.

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