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Twitter steigert Umsatz – Aktie bricht dennoch ein

Twitter übertraf mit dem Quartalsumsatz die Prognosen der Analysten. Doch auch unter dem neuen Chef Jack Dorsey konnten die Nutzerzahlen nicht markant gesteigert werden.

Auf und Ab: Twitter steigert den Umsatz – aber die Aktie fällt tief. (Archiv)
Auf und Ab: Twitter steigert den Umsatz – aber die Aktie fällt tief. (Archiv)
Keystone

Noch keine Trendwende unter Hoffnungsträger Jack Dorsey: Twitters erstes volles Quartal nach der Rückkehr des Mitgründers auf den Chefposten hat die Anleger enttäuscht.

Zwar steigerte das Unternehmen den Umsatz in den drei Monaten bis Ende September verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 58 Prozent auf 569 Millionen Dollar und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Allerdings geht aus dem am Dienstag nach US-Börsenschluss veröffentlichten Finanzbericht auch hervor, dass die Nutzerzahlen niedriger als angenommen ausfielen.

Wachstum steht still

Die Zahl der User, die sich mindestens einmal im Monat bei Twitter einloggen, stieg zum Vorquartal nur um 1,6 Prozent auf rund 320 Millionen. Das Wachstum kam damit fast zum Stillstand.

Das Unternehmen bleibt zudem mit einem Quartalsverlust von 132 Millionen Dollar in den roten Zahlen. Im Vorjahr hatte das Minus unter dem Strich allerdings noch bei 175 Millionen Dollar gelegen. Die Werbeeinnahmen kletterten im dritten Quartal um 60 Prozent zum Vorjahr auf 513 Millionen Dollar.

Das zeigt zwar, dass Twitter trotz magerem Nutzerwachstum reichlich Potenzial hat, Umsatz zu generieren. Im Vorquartal hatte das Plus jedoch noch bei 63 Prozent gelegen.

Service vereinfacht

Der Ausblick auf das vierte Quartal fiel schwächer aus als an der Wall Street erwartet. Twitter sagt einen deutlichen Umsatzanstieg auf 695 bis 710 Millionen Dollar voraus. Analysten hatten aber mit einem noch deutlich höheren Wert gerechnet. Insgesamt kam der Quartalsbericht am Markt überhaupt nicht gut an – die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um fast zwölf Prozent. Auf Jahressicht notiert das Papier mit über 25 Prozent im Minus.

Twitter mache Fortschritte dabei, seine Services zu vereinfachen und den Wert der Plattform besser zu kommunizieren, erklärte Vorstandschef Dorsey. Auch beim Konzernumbau komme man voran, die Strukturen seien vereinfacht worden.

Dorsey hatte die Unternehmensführung nach dem Rücktritt des stark kritisierten Vorgängers Dick Costolo Ende Juni zunächst kommissarisch übernommen und sich Anfang Oktober als Dauerlösung verpflichten lassen. Investoren setzen grosse Hoffnungen auf Dorsey, der allerdings nebenher auch noch den vor dem Börsengang stehenden Bezahldienst Square leitet.

Stellenabbau

Dorsey hatte das bisherige Geschäftsmodell nach seinem Amtsantritt harsch kritisiert. Das Bemühen, neue Nutzer zu gewinnen, habe bislang keine nennenswerte Wirkung gezeigt, sagte er im Juli. Nur wenige Tage nach seinem Engagement als ständiger Konzernchef hatte Dorsey Mitte Oktober einen massiven Stellenabbau in Gang gesetzt. Wegfallen sollen rund acht Prozent der Belegschaft, das wären maximal 336 Jobs. Die Einsparungen sollen für ein schnelleres Wachstum investiert werden.

Zu Twitter gehören neben dem Kurznachrichtendienst die Video-Streaming-App Periscope sowie das Videoportal Vine. Zuletzt hatte Twitter auch das maue Nutzerwachstum vor allem im Vergleich zu Facebook schaffen gemacht. Das soziale Netzwerk zählt weit mehr als eine Milliarde angemeldete Nutzer.

SDA/fal/chk

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