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Twitter-Chef Costolo tritt ab

Twitter erfreut sich zwar einer treuen Fangemeinde, doch finanziell lief es zuletzt nicht so rund. Nun hat Geschäftsführer Dick Costolo seinen Rücktritt erklärt.

Hat genug: Twitter CEO Dick Costolo im Juni 2012 in Cannes.
Hat genug: Twitter CEO Dick Costolo im Juni 2012 in Cannes.
Keystone

Twitter-Chef Dick Costolo hat seinen Rücktritt erklärt. Vorübergehend werde Mitgründer Jack Dorsey die Führung des Kurznachrichtendienstes übernehmen, teilte der Konzern mit Sitz in San Francisco mit. Währenddessen suche man nach einem langfristigen Ersatz für Costolo. Ein Grund für die Personalie wurde zunächst nicht genannt. Doch hatte Twitter zuletzt mit schwachen Geschäftsergebnissen und Aktienstürzen zu kämpfen. Nach der Rücktrittsankündigung schnellte die Twitter-Aktie nachbörslich um fast sechs Prozent nach oben.

Costolo war im September 2009 in den Vorstand von Twitter gerückt, ein Jahr später wurde er Geschäftsführer. Ihm wird zugutegehalten, die einstige Startup-Firma im Silicon Valley in ein internationales Schwergewicht verwandelt zu haben. Zudem betreute er erfolgreich das Börsendebüt von Twitter im Jahr 2013. Damals sah das Magazin Time in Costolo «einen der einflussreichsten Köpfe in der Technikbranche.»

Obwohl der Konzern für das erste Quartal diesen Jahres 300 Millionen aktive Nutzer meldete, konnte er in Sachen Umsatz nicht mit grösseren Rivalen wie Facebook mithalten. Seit Twitter mit dem letzten Quartalsbericht im April die Erwartungen der Wall Street nicht erfüllt, brachen die Aktien um fast ein Drittel ein und haben sich seitdem nicht erholt. Zudem schraubte das Unternehmen seine Wachstumsprognose herunter.

Unter Costolo versuchte Twitter zwar mit neuen Werbeprodukten und Anwendungen zu punkten, etwa Periscope, das Nutzern das Posten von Live-Videos ermöglicht. Trotz einer überaus loyalen Fanbasis sei es demKonzern aber nicht gelungen, Neukunden erfolgreich zu binden. Denn diese täten sich mit den eigenwilligenTwitter-Regeln wie den erforderlichen kurzen Textbeiträgen schwer, erklärtenExperten.

«Ein Grossteil der Leute, die sich angemeldet haben, nutzen den Dienst nicht mehr», sagte Nate Elliott, Social-Media-Analyst bei Forrester Research. «Die müssen bessere Arbeit leisten, um den Leuten einen Grund zu geben, zurückzukommen und Kunden glücklich machen.»

Der Börsenanalyst Colin Sebastian vom Finanzdienstleister RW Baird sprach zudem von anhaltenden Bedenken unter Anlegern über die Führungsqualitäten von Costolo.

Der scheidende Twitter-Chef bleibt Vorstandsmitglied des Konzerns. Sein Abgang sei aus freien Stücken erfolgt, sagten der 51-Jährige und sein Interimsnachfolger Dorsey später bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Über seine Rücktrittspläne habe er mit dem Vorstand von Twitter schon im vergangenen Jahr gesprochen. Zu seinen nächsten Ambitionen äusserte sich Costolo nicht.

AFP/AP/woz/bru

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