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UBS-Manager angeklagt – Steuerhinterziehung

Die USA erhöhen den Druck auf die UBS: Das Justizministerium hat Anklage gegen Raoul Weil erhoben, den Chef des weltweiten Vermögensverwaltungsgeschäfts der UBS.

Dem UBS-Banker wird vorgeworfen, bis zu 20'000 US-Kunden der Schweizer Grossbank bei Steuerhinterziehung behilflich gewesen zu sein. Diese hätten Vermögenswerte von insgesamt 20 Milliarden Dollar vor den amerikanischen Behörden versteckt, erklärte das US- Justizministerium am Mittwoch.

Laut dem Ministerium habe Weil zur Verschleierung der Identitäten der Bankkunden unter anderem Techniken wie verschlüsselte Laptops und Nummernkonten verwendet.

Weil habe das grenzüberschreitende Private Banking Geschäft in den Jahren 2002 bis 2007 beaufsichtigt. Der Banker habe das Geschäft selbst als «Giftmüll» bezeichnet, aufgrund der Profitabilität aber für einen Ausbau der Aktivitäten gesorgt. Dies obwohl ihm bekannt gewesen sei, dass die UBS-Mitarbeiter damit US- Gesetze brechen würden.

Direktor Doug Shulman von der US-Steuerbehörde IRS erklärte, die Steuerbehörden verfolgen all jene energisch, die reichen Leuten dabei behilflich seien, ihr Vermögen auf Offshore-Plätzen zu verstecken und so das Steuersystem zu unterlaufen. Die Anklage wirft der UBS vor, ihr Steuerfluchtgeschäft zu Gunsten reicher Kunden aggressiv vermarktet zu haben. Dabei seien verschlüsselte Laptops, Nummernkonten und andere Techniken gegen die Entdeckung dieser Praktiken eingesetzt worden. Allein im Jahre 2004 seien UBS-Banker rund 3800 Mal für solche Kundenkontakte in die USA gereist.

Von der UBS liegt keine Stellungnahme zu der Anklage vor. Mit ähnlichen Vorwürfen war die Grossbank bereits im Zusammenhang mit dem Steuerbetrugsverfahren gegen ihren ehemaligen Kundenberater Bradley Birkenfeld in Florida konfrontiert worden. Dieser hatte im Sommer ein Schuldbekenntnis abgelegt und mit der Justiz zusammengearbeitet. Das Urteil gegen Birkenfeld soll im kommenden Januar eröffnet werden.

Die UBS hatte sich am vergangenen 17. Juli vor einem US-Senatsausschuss in Washington für Fehlverhalten in der Steueraffäre entschuldigt. Zudem zog sich die Grossbank aus dem Offshore-Geschäft mit US-Kunden zurück. Die Eidgenössische Steuerverwaltung eröffnete auf Ersuchen der US-Justiz ein Amtshilfeverfahren. Es ist noch immer im Gang. US-Medienberichte, wonach die US-Justiz schon Dutzende von Kundendaten aus der Schweiz erhalten hat, werden in Bern nicht bestätigt. Die UBS ist im Zusammenhang mit den Steuerumgehungspraktiken auch im Visier der US-Börsenaufsicht SEC und eines Staatsanwalts in New York.

SDA/bru

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