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UBS-Zweckgesellschaft in Bern statt in der Karibik

Die Nationalbank krebst zurück: Die Zweckgesellschaft für die Ramschpapiere der UBS wird nicht auf Cayman Islands errichtet – sondern in der Bundesstadt.

Mit den Behörden des Bundes und des Kantons Bern sei eine entsprechende Lösung entwickelt worden, teilte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit. Die Struktur sei mit jener auf den Cayman Islands vergleichbar.

Der Beschluss zur Gründung der Gesellschaft auf dem umstrittenen Finanzplatz Cayman Islands war von der Politik heftig kritisiert worden. Seitens der SNB hiess es stets, der Entscheid habe praktische und nicht steuerliche Gründe.

Die Gesellschaft erhält den Namen «SNB StabFund Kommanditgesellschaft für kollektive Anlagen». Nach SNB-Angaben hat sie die Bewilligung der Eidgenössischen Bankenkommission erhalten.

Auffangbecken für 50 Milliarden Dollar an faulen Werten

Die Auffanggesellschaft übernimmt faule oder illiquide Wertpapiere der UBS für maximal 60 Milliarden Dollar zu den Preisen von Ende September. Die Übernahme erfolgt entweder zum Buchwert oder zu einem Wert, den die SNB aufgrund unabhängiger Expertisen festlegt.

Die Übertragung soll bis Ende März erfolgen, das Management der Papiere nimmt bis auf weiteres die UBS wahr.

Die Kommanditgesellschaft ist als Zwei-Partner-Gesellschaft ausgestaltet. Sie besteht aus einem unbeschränkt haftenden geschäftsführenden Partner und einem beschränkt haftenden Partner. Beide werden von der SNB vollständig beherrscht, teilte die Notenbank mit.

Die UBS stattet die Zweckgesellschaft wie vorgesehen mit Eigenkapital von 10 Prozent des Übernahmewertes aus, maximal mit 6 Milliarden Dollar, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) schreibt.

Damit die UBS-Eigenkapitaldecke nicht ausdünnt, finanziert der Bund diesen Schritt mit 6 Milliarden Franken. Die ausserordentliche Generalversammlung der UBS will am Donnerstag den Weg dafür freimachen. Das Parlament kann noch über den Bundesbeitrag diskutieren, hat faktisch aber keine Entscheidungsgewalt.

Die entsprechende Transaktion sei gegenüber der ursprünglich geplanten Struktur vereinfacht worden, teilte die SNB weiter mit. Die UBS schiesse das Eigenkapital ein, indem sie eine Option auf den Erwerb der Auffanggesellschaft nach der vollständigen Rückzahlung des SNB-Darlehens von 54 Mrd. Dollar kauft.

Unverändert bleibt gemäss SNB, dass die Nationalbank nach Rückzahlung des Darlehens eine Gewinnbeteiligung von 1 Milliarden Dollar und 50 Prozent des allfälligen restlichen Eigenkapitals erhält.

Jordan leitet VR

Der Verwaltungsrat der unbeschränkt haftenden und geschäftsführenden Partnergesellschaft wird vom SNB- Direktoriumsmitglied Thomas Jordan geleitet.

Weiter nehmen von der SNB Dewet Moser, stellvertretendes Direktoriumsmitglied, und Hans Kuhn, Leiter des Rechstdienstes, Einsitz. Für die UBS wirken Finanzchef John Cryan und Risikochef Philip Lofts im Verwaltungsrat.

SDA/bru

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