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Unicredit mit Milliardenverlust – Handel an der Börse ausgesetzt

Die grösste Bank Italiens schreibt einen Quartalsverlust von 10,6 Milliarden Euro und muss Kapital aufnehmen. Das Papier konnte vorübergehend nicht mehr gehandelt werden.

Die Bank braucht neues Kapital: Filiale der Unicredit in Mailand.
Die Bank braucht neues Kapital: Filiale der Unicredit in Mailand.
Keystone

Italiens grösste Bank UniCredit schreibt im dritten Quartal einen Riesenverlust von 10,6 Milliarden Euro. Der Handel mit der Aktie wurde vorübergehend ausgesetzt. Der Kurs stand um kurz vor 16 Uhr 2,76 Prozent im Minus.

Das Kreditinstitut gab heute bekannt, eine Kapitalerhöhung im Volumen von 7,5 Milliarden Euro zu planen. Diese Finanzspritze sei komplett durch ein Bankenkonsortium garantiert und solle im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden. Damit will der Mailänder Konzern, zu dem auch die Münchner HypoVereinsbank und die Wiener Bank Austria gehört, die strengeren Kapitalanforderungen erfüllen.

Im dritten Quartal habe es Firmenwert-Abschreibungen von rekordverdächtigen 9,6 Milliarden Euro gegeben und einen Verlust von 10,6 Milliarden gegeben. Schuld am Verlust von 10,6 Milliarden Euro im dritten Quartal seien die Abkühlung der Konjunktur weltweit, die europäische Schuldenkrise und die andauernden Finanzmarkt-Turbulenzen. Vor einem Jahr hatte die Bank im dritten Quartal noch einen Gewinn von 334 Millionen Euro ausgewiesen.

Abbau von 5200 Stellen

Um zu sparen, werde die Bank ihren Aktionären in diesem Jahr keine Dividende zahlen, kündigte Unicredit an. 5200 der 62'000 Stellen in Italien sollen bis 2015 wegfallen. Weltweit hat das Institut rund 160'000 Beschäftigte.

Um den Forderungen nach einer höheren Kernkapital-Quote nachzukommen, kündigte die Unicredit eine Kapitalerhöhung von 7,5 Milliarden Euro an. Die Grossbank benötigt nach Einschätzung der europäischen Bankenaufsicht (EBA) knapp 7,38 Milliarden Euro, um bis Juni kommenden Jahres eine Kernkapitalquote von 9,0 Prozent zu erreichen.

Als systemrelevant eingestuft

Die Unicredit gehört zudem zu den 29 vom Finanzstabilitätsrat (FSB) als systemrelevant eingestuften Banken. Sie müssen sich wegen ihrer Grösse und Bedeutung noch besser als andere gegen Pleitegefahren schützen. Die Unicredit hatte ihr Kernkapital bereits 2009 und 2010 verstärkt.

Die Bank zeigte sich trotz des herben Verlustes optimistisch: Im Jahr 2015 werde der Gewinn unterm Strich 6,5 Milliarden Euro betragen, teilte Unicredit mit. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Bank ein Plus von 1,323 Milliarden Euro. Zum Gewinnsprung beitragen sollen offenbar auch Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereichen.

sda/AFP/oku/bru/kle

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