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US-Klageschrift macht Toyota schwere Vorwürfe

Toyota soll laut den Anwälten einer US-Sammelklage bereits vor dem Rückruf von den Problemen gewusst und heimlich defekte Autos zurückgekauft haben. Der japanische Autohersteller sieht dies ganz anders.

Weisst Anschuldigungen zurück: Toyota-Chef Akio Toyoda während der Anhörung vor dem US-Kongressausschuss im Februar 2010.
Weisst Anschuldigungen zurück: Toyota-Chef Akio Toyoda während der Anhörung vor dem US-Kongressausschuss im Februar 2010.
Keystone

Der japanische Autobauer Toyota hat laut einer in den USA eingereichten Klage früher als behauptet von schwerwiegenden technischen Problemen bei seinen Wagen gewusst und versucht, diese zu vertuschen. Nachdem Toyota Fälle von ungewollter Beschleunigung an Wagen aus seiner Produktion festgestellt habe, habe der Konzern betroffene Autos heimlich zurückgekauft, heisst es in einer Klageschrift, die bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht wurde und die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. Nach Bekanntwerden der Mängel hatte Toyota weltweit Millionen Autos zurückrufen müssen.

In der am Mittwoch im Gericht von Santa Ana eingereichten Klageschrift heisst es, nach der Feststellung der Probleme durch Toyota-Techniker habe der Konzern entschieden, dass es «'im Interesse' des Kunden ist, ihm seinen Wagen abzukaufen». In Wirklichkeit sei es aber darum gegangen, defekte Fahrzeuge heimlich vom Markt zu nehmen.

Informationen verschwiegen

Die betroffenen Kunden hätten eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben und sich verpflichten müssen, nicht gegen Toyota vorzugehen. Der Autobauer habe diese Informationen der US-Behörde für Verkehrssicherheit (NHTSA) und während der Anhörungen im US-Kongress zu den Pannen bewusst verschwiegen, kritisierten die Beschwerdeführer.

«Je mehr man bei dieser Affäre gräbt, desto mehr wird deutlich, dass Toyota von den Problemen wusste und nicht auf verantwortliche Weise zu reagieren wusste», erklärte Steve Berman, einer der Anwälte der Beschwerdeführer. Das heimliche Aufkaufen von defekten Auto sei «zumindest seltsam, im schlimmsten Fall verabscheuungswürdig».

Toyotas Begründung

Toyota wies die Anschuldigungen zurück. Die defekten Wagen seien zurückgekauft worden, um «zusätzliche technische Untersuchungen» vorzunehmen, erklärte der Konzern. Toyota habe «schnell und genauestens alle Vorgänge unkontrollierter Beschleunigungen» untersucht.

Seit vergangenem Jahr hatte Toyota in einer Serie von Rückrufaktionen mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verschiedener Modelle wegen klemmender Gaspedale und anderer technischer Probleme in die Werkstätten zurückholen müssen, die meisten in den USA. Infolgedessen wurden mehrere Sammelklagen von US-Autobesitzern eingereicht.

AFP/jak

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