Zum Hauptinhalt springen

Valiant-Verwaltungsrat kürzt den eigenen Lohn

Angebliche Scheingeschäfte, Kurseinbruch der Aktie – die Bankengruppe sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Nun setzt die Führung des Unternehmens ein Zeichen und verzichtet auf einen Teil der Vergütung.

Kürzt sein Honorar um die Hälfte: VR-Präsident Kurt Streit.
Kürzt sein Honorar um die Hälfte: VR-Präsident Kurt Streit.
Keystone

Die Generalversammlung der Valiant Holding hat eine Dividende von 3.20 Franken pro Aktie genehmigt. Die Dividende ist gleich hoch wie im Vorjahr, obwohl der Gewinn der Bank 2010 um über 17 Prozent gesunken war. Im vergangenen Jahr hatte die Berner Bankengruppe noch 122,5 Millionen Franken verdient, weil sie nach eigenen Angaben von der falschen Annahme ausgegangen war, die Schweizerische Nationalbank werde 2010 den Leitzins erhöhen. Sie tätigte entsprechende falsche Absicherungsgeschäfte in Höhe von 20 Millionen Franken, die das Ergebnis belasteten.

Dennoch genehmigte die Generalversammlung gemäss einer Valiant-Mitteilung die Konzernrechnung sowie sämtliche weitere Anträge des Verwaltungsrates und erteilten VR und Konzernleitung die Decharge. Auch wurden demnach alle zur Wiederwahl abgetretenen Verwaltungsräte bestätigt. Neu in den VR wählten die Aktionäre die ehemalige Verlagsdirektorin der «Berner Zeitung» und der Zeitung «Bund», Franziska von Weissenfluh. Mit von Weissenfluh werde im VR die Kompetenz im Bereich Medien und Kommunikation gestärkt, erklärte Valiant.

Hoffen auf ruhigere Zeiten

Die Bankengruppe hat eine turbulente Zeit hinter sich. Ihr Aktienkurs brach im vergangenen Jahr um 35 Prozent ein und verlor seitdem weiter leicht an Wert. Zudem machten der Bank im vergangenen Herbst Medienberichte zu schaffen, sie habe den Kurs ihrer Aktie mit Scheingeschäften künstlich hoch gehalten, wovon Mitarbeiter profitiert hätten, die Optionen hielten.

Die Revisionsstelle der Bank, die KPMG, untersuchte die Vorwürfe und kam zum Schluss, dass diese falsch seien. Beim Handel der Valiant-Bank sei alles korrekt abgelaufen, kam die KPMG im vergangenen November zum Schluss. Die Valiant reagierte dennoch und erklärte damals, man werde künftig auf Optionsprogramme für Mitarbeiter verzichten. An der GV erklärte VR-Präsident Kurt Streit, man habe inzwischen auch die noch laufenden Optionen durch einen freiwilligen Verzicht der Optionsinhaber aufgelöst.

Aktionäre stimmen über Vergütungen ab

Die Valiant unterstellte sich zudem freiwillig dem Rundschreiben der Finanzmarktaufsicht Finma zu Vergütungssystemen. Dies führte dazu, dass die Aktionäre erstmals in einer Konsultativ-Abstimmung über das Vergütungssystem abstimmen konnten. Dieser sei mit klarer Mehrheit genehmigt worden, hiess es in der Mitteilung. Details zur Höhe der Vergütungen wurden keine bekannt gegeben.

Dagegen gab Streit bekannt, dass er ab dem Zeitpunkt der GV für ein Jahr sein Honorar um die Hälfte auf 300'000 Franken kürze. Auch die beiden anderen Mitglieder des VR-Präsidiums, Vizepräsident Markus Häusermann und Mitglied Hans-Jörg Bärtschi verzichteten für ein Jahr auf «substanzielle Teile ihrer Vergütung».

Bereits im März hatte Valiant bekannt gegeben, dass sich die Verwaltungsräte für das vergangene Jahr ihre Honorare um 10 Prozent gekürzt hätten. Zudem werde Unternehmenschef Michael Hobmeier auf «jegliche variable Lohnvariante» verzichten.

Keine Kapitalerhöhung

Wie Verwaltungsratspräsident Streit vor den Aktionären weiter sagte, plant die Valiant derzeit keine Kapitalerhöhung, um die Eigenmittel der Bank zu erhöhen. Seit Anfang Jahr habe Valiant die Eigenmittelüberdeckung von 139 Prozent auf 144 Prozent gesteigert und wolle die Schwelle der künftig von der Finma bis 2016 verlangten 150 Prozent bereits im Geschäftsjahr 2012 erreichen.

Ziel sei, bis 2016 eine Eigenmittelüberdeckung von «deutlich» über 150 Prozent zu haben, erklärte Streit gemäss Mitteilung. Als Folge der Finanzkrise will die Finma strengere Eigenmittelvorschriften für die Banken erlassen.

SDA/miw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch