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Vekselberg schielt auf Schmolz Bickenbach

Das Portfolio von Renova könnte schon bald um eine weitere Schweizer Firma reicher sein. Die Beteiligungsgesellschaft von Viktor Vekselberg steigt womöglich beim Stahlkonzern Schmolz Bickenbach ein.

Ist unter anderem an OC Oerlikon und Sulzer beteiligt: Der Russe Viktor Vekselberg, hier während einer Pressekonferenz.
Ist unter anderem an OC Oerlikon und Sulzer beteiligt: Der Russe Viktor Vekselberg, hier während einer Pressekonferenz.
Keystone

Der russische Milliardär Viktor Vekselberg erwägt einen Einstieg beim kriselnden Stahlkonzern Schmolz Bickenbach. Seine Investmentgesellschaft Renova ist an einem Beitrag zur Rekapitalisierung der Firma mit Sitz in Emmenbrücke LU interessiert.

Der Düsseldorfer Hauptaktionär des Stahlkonzerns, die Schmolz Bickenbach GmbH & Co. KG, habe mit Renova eine Exklusivvereinbarung über eine allfällige Beteiligung an der kapitalmässigen Restrukturierung vereinbart, teilte das Unternehmen mit. Gespräche liefen aber auch mit anderen Investoren.

Renova: Kein Kommentar

Der Hauptaktionär bilde zusammen mit Renova eine Gruppe im Sinne des Börsengesetzes. Ihr Stimmrechtsanteil beträgt 20,46 Prozent. Ab einem Anteil von einem Drittel müsste die Gruppe den restlichen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten. Weitere 20 Prozent kontrolliert die Schmolz Bickenbach Gmbh & Co KG durch einen Aktionärsbindungsvertrag mit dem Investor Gerold Bütiker.

Renova stand für Erläuterungen nicht zur Verfügung. Man gebe keinen Kommentar ab, sagte Sprecher Rolf Schatzmann auf Anfrage der sda. Der Finanzchef von Schmolz Bickenbach, Hans-Jürgen Wiecha, erklärte der Nachrichtenagentur Reuters, «wir werden uns für einen oder zwei Investoren entscheiden, die das beste Angebot für das Unternehmen und für die bestehenden Aktionäre unterbreiten.»

Im Moment sehe es nach einer Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten für die bisherigen Aktionäre aus. Bis zur Generalversammlung im Juni sollen die Weichen gestellt sein. Nach Einschätzung von Analysten könnte Schmolz Bickenbach auch Schulden in Aktien wandeln.

Aktie legt zu

Trotz der möglichen Kapitalverwässerung reagierte die Aktie von Schmolz Bickenbach mit einem Kurssprung. Am Nachmittag stand der Titel 8,1 Prozent höher bei 2.55 Franken. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 6 Franken notiert.

Schmolz Bickenbach ist stark verschuldet und hatte im März mitgeteilt, die Vorbereitungen und Verhandlungen zur Stärkung der Kapitalbasis liefen. Die Generalversammlung wurde verschoben, um strategische Optionen prüfen zu können.

Lockerung der Kreditvereinbarungen

Der Konzern schrieb letztes Jahr einen Verlust von 157,9 Millionen Euro, weil die lahmende Konjunktur in Europa dem Unternehmen mit schweizerischen und deutschen Wurzeln einen Umsatzrückgang bescherte. Zudem lasteten Abschreibungen und Restrukturierungskosten auf dem Ergebnis. Mit den kreditgebenden Banken konnte sich das Unternehmen Anfang März auf eine Lockerung der Kreditvereinbarungen einigen.

Für Renova wäre Schmolz Bickenbach ein weiteres Schweizer Unternehmen im Beteiligungsportfolio. Renova kontrolliert unter anderem den Technologiekonzern OC Oerlikon und hält rund 31 Prozent am Industrieunternehmen Sulzer. In Russland ist die Gruppe von Viktor Vekselberg insbesondere am russischen Aluminiumkonzern Rusal und am Ölkonzern TNK-BP beteiligt.

SDA/kpn

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