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Wallstreet mit Rekordgewinnen

Kursfeuerwerk an den US-Börsen: Der Dow Jones hat einen historischen Tagesgewinn von mehr als elf Prozent erzielt.

Die Börsen in den USA haben auf die Bekanntgabe von staatlichen Rettungsplänen mit Rekordgewinnen reagiert. Der Dow und S&P gingen mit den höchsten Punktzuwächsen ihrer Geschichte aus dem Handel, der Nasdaq legte wie seit 2001 nicht mehr zu. Alle drei Leitindizes schossen dabei um mehr als elf Prozent in die Höhe, nachdem am Freitag eine der verlustreichsten Börsenwochen in New York zu Ende gegangen war.

Händler sprachen von einem regelrechten Aufatmen unter Börsianern. Die von Regierungen und Notenbanken beschlossenen Hilfsmassnahmen würden das gegenseitige Vertrauen im Bankensektor wieder herstellen. Vor allem Finanzwerte zählten zu den Gewinnern. Die Aktien von Morgan Stanley sprangen um rund 87 Prozent in die Höhe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 11,1 Prozent höher bei 9387 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 11,6 Prozent auf 1003 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 11,8 Prozent auf 1844 Punkte.

Mit kräftigen Gewinnen hatten auch die Börsen von Europa bis Asien auf die weltweite Rettungspläne für die schwer gebeutelten Finanzmärkte reagiert.

SMI machte einen Rekordsprung

Der Swiss Market Index (SMI), der seine Aufholjagd am Morgen mit plus 6,4 Prozent gestartet hatte, beendete den ersten Handelstag nach der katastrophalen Vorwoche auf dem Tageshöchststand von 5956,32 Punkten. Das entsprach einem Tagesgewinn von 609 Zählern oder 11,4 Prozent - dem grössten prozentualen Gewinn in der 20-jährigen Geschichte des SMI. Der Verlust in der Vorwoche war aber doppelt so gross gewesen.

Die Liste der Gewinner wurde im SMI von der Grossbank Credit Suisse angeführt, deren Aktien um 27,90 Prozent zulegten und auf dem Tageshöchststand von 43,82 Franken schlossen. Es folgten Swiss Re und ABB mit plus 21,61 Prozent beziehungsweise 18,28 Prozent. Julius Bär holten 16,19 Prozent auf.

Zweistellige Kursgewinne buchten auch Swatch Group (plus 13,24 Prozent), Novartis (plus 11,64 Prozent) und UBS (plus 12,35 Prozent). Die am Freitag wegen einer Gewinnwarnung abgestrafte Nobel Biocare verbesserte sich um 10,2 Prozent. Adecco, Richemont, Roche und Syngenta legten knapp zehn Prozent zu.

Ein Anfang ist gemacht, aber...

Die Zürcher Bank Vontobel behielt mit dem Titel ihres morgendlichen Marktkommentars recht: «Erholung nach dem Blutbad.» Analysten hielten sich mit euphorischen Kommentaren zurück und äusserten sich zur Frage vorsichtig, ob nun die Trendwende eingetreten sei.

«Wir haben alleine in der Vorwoche so viel verloren. Der Markt ist technisch derart überkauft, da kann sich der Markt durchaus noch einen oder zwei Tage erholen - und es ändert noch nicht viel», sagte ein Händler.

«Einen Anfang haben wir gemacht. Wichtig ist es jetzt, dass wir nicht übertreiben», erklärte ein anderer Händler. Ob sich die Erholung fortsetzt, dürfte davon abhängen, ob und wie die Rettungspläne der Regierungen auch greifen. «Die Banken müssen wieder Vertrauen zueinander finden», sagte ein Händler.

Auch DAX mit Kurssprüngen

Kursfeuerwerke zündeten auch andere Europa-Börsen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) stand zum Schluss ebenfalls 11,4 Prozent oder 518 Zähler höher, bei 5062,45 Punkten. Bester Wert im DAX war Hypo Real Estate mit einem Sprung um rund 40 Prozent. Um 11,2 Prozent legte der CAC 40 in Paris zu, um 8,3 Prozent der FTSE 100 in London. In Russland öffneten die in der zweiten Hälfte der Vorwoche geschlossenen Börsen wieder, schlossen aber im Minus. In Island blieb die Börse geschlossen.

Flucht in Franken weniger stark

Die Flucht in den Schweizer Franken schien gebremst. Der Euro verteuerte sich an den Devisenmärkten gegen den Franken auf bis zu 1,5502 Franken und stand im Zürcher Schlussgeschäft mit 1,5390 Franken weiterhin höher als am Freitagabend (1,5120 Franken). Der Dollar sackte zeitweise auf 1,1250 Franken ab, stand aber im Schlussgeschäft wieder bei 1,1391 (am Freitagabend: 1,1224) Franken.

ap/sda/vin

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