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Was eine Postagentur anbietet und was nicht

Bis 2020 will die Schweizerische Post rund 1300 Agenturen betreiben. Laut ihr bieten die Agenturen 97 Prozent des Angebots einer Poststelle an. Die Kunden sind aber nicht vollumfänglich damit zufrieden.

Schweizweit droht bei 459 Poststellen die Umwandlung in eine Postagentur (Bild).
Schweizweit droht bei 459 Poststellen die Umwandlung in eine Postagentur (Bild).
Keystone

Die Schweizerische Post hat heute die Zahlen zum Umbau des Poststellennetzes bekannt gegeben. Schweizweit droht bei 459 Poststellen die Umwandlung in eine Postagentur. Bereits vor zehn Jahren hat die Post als Ersatz für geschlossene Poststellen Agenturen eröffnet. Beim Agenturmodell arbeitet sie mit Partnern zusammen, zum Beispiel mit Dorfläden, die für sie das Postgeschäft betreiben. Heute sind 950 Agenturen in Betrieb. Bis Ende 2020 soll es 1200-1300 solche Agenturen geben.

Die Post betont, dass eine Agentur 97 Prozent aller Postdienstleistungen abdecken könne. Für die Post bringen die Agenturen Vorteile mit sich. So bieten diese einzelne Dienstleistungen zwar nicht mehr an, hätten aber beispielsweise doppelt so lange geöffnet wie die regulären Poststellen.

Leute wollen mit Bargeld bezahlen können

Ein Teil der Bevölkerung vermisste bei der Postagentur die Möglichkeit, Einzahlungen mit Bargeld tätigen zu können: «Die Post wollte den Leuten beibringen, dass sie in den Agenturen mit dem gelben Einzahlungsbüchlein ihre Rechnungen bezahlen können. Sie brauchen nur eine Post- oder Bankkarte», verteidigt Leiter Poststellen und Verkauf Thomas Baur die Ersatzlösung. «Die Leute wollen aber mit Bargeld bezahlen können», ergänzt Baur.

Damit die Post den Bedürfnissen der Kunden besser gerecht werden kann, will sie ihr Angebot teilweise anpassen: Überall, wo es nur noch eine Agentur gibt, können Kunden ab 1. September 2017 Bareinzahlungen bis zu 10'000 Franken an der Haustüre abwickeln. Ebenfalls können KMU und Vereine ab September 2017 Massensendungen bis zu 350 Exemplaren aufgeben. Was man in den Agenturen nach wie vor nicht kann, sind beispielsweise Sperrgutpakete oder Betreibungsurkunden abholen, Vollmachten erteilen oder einen Nachsendeauftrag machen.

765 Poststellen garantiert die Post

Kritisch beurteilt auch die Gewerkschaft Syndicom die Agenturlösungen. Wenn Detailangestellte von Dorfläden die Dienstleistungen der Post übernehmen, müsse die Post weniger zahlen und betreibe damit Lohndumping. Auf die Frage, wie viel die Post dadurch einspare, wollte Thomas Baur, Leiter Poststellen und Verkauf, nicht eingehen: «Wir kommunizieren keine Zahlen».

765 Poststellen bleiben laut der Post bis 2020 garantiert bestehen. Laut Post-Chefin Susanne Ruoff hänge das Bestehen einer Poststelle von Wachstums- und Standortkriterien ab. Baur ergänzt: «Es existiert kein Plan, dass wir weitere Poststellen streichen». Die Post könne aber keine Garantie abgeben, dass sie in den nächsten Jahren keine Änderungen am Poststellennetz macht.

Diese Poststellen im Kanton Bern werden geschlossen:

Grün: Poststellen mit Bestandsgarantie Rot: Poststellen werden geschlossen

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