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Was von UBS und CS zu erwarten ist

An den Börsen geht es abwärts. Das spüren die Schweizer Grossbanken in einem flaueren Geschäft. Doch wie heftig wird sich die Krise auswirken? In den nächsten Tagen liefern CS und UBS ihre Quartalsresultate.

Augen sind auf die beiden Grossbanken gerichtet: UBS und CS (hier am Zürcher Paradeplatz) legen in den nächsten Tagen Resultate vor.
Augen sind auf die beiden Grossbanken gerichtet: UBS und CS (hier am Zürcher Paradeplatz) legen in den nächsten Tagen Resultate vor.
Keystone

Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte die UBS 2,2 Milliarden Franken Gewinn geschrieben. Die Credit Suisse hatte ein Reinergebnis von 2,1 Milliarden eingefahren. Nun warten die Investoren und auch die Öffentlichkeit gepsannt darauf, wie es den beiden Schweizer Grossbanken zwischen April und Ende Juni gelaufen ist. Finanzanalystin Teresa Nielsen von der Bank Vontobel geht davon aus, dass die UBS 1,1 Milliarden Franken Gewinn verkünden wird, während die CS 1,5 Milliarden verdient haben dürfte.

Die CS legt ihre Zahlen am nächsten Donnerstag, dem 22. Juli vor, während die UBS ihre Quartalsberichterstattung auf den Dienstag, 27. Juli, angesetzt hat. Bei beiden Banken wird das Szenario ähnlich ausfallen: «Es ist klar, dass das zweite Quartal für alle Banken viel schwächer ausgefallen ist als das erste, weil die Märkte sich schlecht entwickelt haben und die Kunden viel zurückhaltender waren», sagt Nielsen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Börse ist vorbereitet

Der sehr schwankungsanfällige Markt für festverzinsliche Wertpapiere sei durch die Krise der Euro-Zone unter die Räder gekommen. Eine Einschätzung, die man auch bei der Bank Sarasin teilt: «Seit April sind die Volumen im Anleihenhandel tief», sagt ein Analyst der Basler Privatbank. Auch die Bereiche Beratung und Wertpapier-Emissionen haben nach Ansicht der Experten gelitten.

Einen Vorgeschmack lieferte schon der amerikanische Gigant JPMorgan mit seinen Angaben zum zweiten Quartal am vergangenen Donnerstag: Die Einnahmen aus festverzinslichen Wertpapieren fielen dort im Vergleich zum ersten Quartal um 35 Prozent. UBS und CS dürfte es ähnlich ergangen sein.

UBS: Weniger Geldabflüsse

Überrascht sind die Analysten nicht über die zu erwartenden tieferen Quartalsergebnisse. Daher dürfte es zumindest wegen den Gewinnzahlen zu keinen heftigen Ausschlägen an der Börse kommen, da die Anleger bereits jetzt gemäss ihren Erwartungen handeln.

Bei der UBS wird ein zentrales Augenmerk weiter auf den Geldabfluss gerichtet: Bei Vontobel rechnet man mit 10,5 Milliarden Kundengelder, die der Bank im zweiten Quartal verloren gegangen sind. Gemessen an den 18 Milliarden vom Vorquartal wäre das eine weitere Linderung der Situation.

Im vierten Quartal dürfte sich die Situation drehen und der Bank würden wiederum 6 Milliarden Franken zufliessen, schätzt Teresa Nielsen. Für die UBS hat sich nach Ansicht der Expertin in entscheidenden Fragen das Blatt endlich gewendet.

Kehrt sich der Strom?

Nachdem die Steueraffäre in den USA mit Hilfe des Schweizer Staats beigelegt werden konnte, weniger Kundenberater die UBS verlassen und die Vermögensverwaltung anders strukturiert wurde, dürfte sich der Ruf der UBS bis Ende Jahr allmählich verbessern. Auch die Experten bei Sarasin gehen davon aus, dass die UBS das Geldabflussloch erst in der zweiten Jahreshälfte stopfen kann.

SDA/se

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