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Weiss EBK-Chef Zuberbühler mehr, als er sagt?

Also sprach der Direktor der Bankenkommission über die UBS. Was aber wollte Daniel Zuberbühler eigentlich sagen?

Daniel Zuberbühler: Mit seinem Interview in der «SonntagsZeitung» hat der EBK-Direktor für ziemlich viel Wirbel gesorgt.
Daniel Zuberbühler: Mit seinem Interview in der «SonntagsZeitung» hat der EBK-Direktor für ziemlich viel Wirbel gesorgt.
Keystone

«Wenn noch mehr passiert, braucht es wohl oder übel eine weitere Kapitalerhöhung.» Der Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) sprach im Interview mit der «Sonntags-Zeitung» über die UBS. In normalen Zeiten hätte man über Daniel Zuberbühlers Aussage hinweggelesen. Doch die Zeiten sind an den Finanzmärkten alles andere als normal.

Und so werden die Aussagen des EBK-Direktors auf die Goldwaage gelegt. Was meint er, wenn er ein zusätzliches Engagement des Staates bei der UBS nicht ausschliessen will? Was soll die Anspielung, dass das beschlossene Massnahmenpaket nicht ausreichen könnte? Weiss Zuberbühler mehr, als er aussprechen will? Kommt es noch dicker mit der UBS?

EBK-Sprecher Tobias Lux winkt ab: «Die Frage einer Kapitalerhöhung stellt sich im Moment nicht. Aufgrund der Situation an den Finanzmärkten und den Erfahrungen der letzten Monate kann man aber nicht a priori ausschliessen, dass eine solche Massnahme in Zukunft nötig werden könnte.» Das habe Zuberbühler «redlicherweise sagen müssen». Mehr stecke nicht hinter seinen Worten.

Hoffen auf Weihnachten

Vielleicht habe man mit dem Stützungspaket des Bundes für die UBS zu positive Hoffnungen geweckt, meint der ehemalige Wirtschaftsprofessor und Vizepräsident der Nationalbank, Niklaus Blattner. Es stimme zwar, dass die UBS jetzt keine Schrottpapiere mehr in ihren Büchern habe. Es sei richtig, dass sich die öffentliche Hand ihr Engagement verzinsen lasse und – im Fall einer Markterholung – gar Gewinnaussichten habe. Aber es könne auch anders kommen. «Wer das Gegenteil behauptet, ist ein Demagoge.» Darauf hat Zuberbühler nach Blattner mit gutem Grund hingewiesen.

Ein anderer Wirtschaftsprofessor mag sich gar nicht erst äussern, «da ich wirklich dazu auch nicht mehr weiss als wir alle». Die Situation an den Finanzmärkten ist so unklar, dass jede Aussage ein Stochern im Nebel wäre.

Nach Blattner geht es auch gar nicht mehr nur um die Subprime-Krise, sondern um die sich anbahnende weltweite Rezession. «Selbst wenn man die Subprime-Krise bewältigt hätte, wären die Banken nicht in einer feinen Lage.» Und er fügt bei: «Ich bin froh, wenn es Weihnachten wird und alle ein wenig feiern.»

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