Werbung dank Zahlungsdaten

Die Kunden der Finanztochter der Post müssen ab Mitte Juni entscheiden, ob sie ihre Zahlungsdaten für Marketingzwecke freigeben wollen oder nicht.

Eine Kundin macht Online eine Einzahlung. Bald wird Postfinance Bezahldaten der Kunden für personalisierte Rabattangebote analysieren.

Eine Kundin macht Online eine Einzahlung. Bald wird Postfinance Bezahldaten der Kunden für personalisierte Rabattangebote analysieren.

(Bild: Keystone)

Die Posttochter Postfinance wird nun definitiv auch zur Marketingfirma. Am 12. Juni wird sie ­ihre Onlineplattform Post­­fi­nance Benefit breit lancieren. Diese wird die Bezahldaten der Kunden analysieren. Postfinance wird beispielsweise festhalten, wenn ein Kunde regelmässig in Kleider­läden einkauft.

In einem zweiten Schritt wird Postfinance anderen Kleiderläden anbieten, dieser Kundengruppe ein ­­Ra­battangebot zu unterbreiten. Dabei wird allerdings Postfinance den interessierten Unternehmen keine ­Adressen oder E-Mail-Adressen zur Verfügung stellen. Die Postfinance-Tochter schaltet die Angebote in ihrem E-Banking-Portal auf. Anhand der Zahlung mit der Postfinance-Card erkennt Postfinance einen Kunden, der ein Angebot eingelöst hat, und macht die Rabattgutschrift.

Postfinance hat dazugelernt

Die Kunden müssen in ihrer E-Banking-Anwendung explizit zustimmen, dass Postfinance ihre Daten auswerten darf. «Hier hat Postfinance dazugelernt», sagte Nicole Walker, die Marketing-Verantwortliche bei Postfinance, am Dienstag an einem Medien­ge­spräch.

Ursprünglich sah Post­finance vor, dass Kunden, die nicht mitmachen wollen, sich explizit vom Programm abmelden müssen. Doch nach Gesprächen mit dem Datenschützer hat sich die Posttochter schliesslich für das sogenannte Opt-in-System entschieden, bei welchem der Kunde explizit zustimmen muss. Walker wollte keine Angabe ­dazu machen, wie hoch die Zielsetzung von Postfinance in Bezug auf die Teilnahmequote ist.

Coop-Kunden erhalten Post

Das Auswerten von Kundendaten ist ein brandaktuelles Thema. Die Inhaber der Coop-Supercard erhalten in diesen Tagen ein Schreiben. Der Detailhändler teilt ihnen mit, dass er künftig Profile aufgrund von Einkäufen erstellen wird.

Die Kunden werden dann gezielte Werbung erhalten. Doch im Gegensatz zu Post­finance hat sich Coop für ein Opt-out-System entschieden. Kunden, die nicht mitmachen wollen, müssen Nein sagen.

sny

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