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Weshalb die UBS von der Herabstufung profitiert

Die jüngste Herabstufung des Kreditratings durch die Agentur Fitch ist für die UBS die vierte in den vergangenen fünf Jahren. Allein deswegen dürfte die Bank noch nicht in eine Krise rutschen.

Licht und Schatten: Die UBS, hier die Fahne mit dem Logo vor einer Filiale, nimmt durch die Herabsetzung der Kreditwürdigkeit nicht nur Schaden.
Licht und Schatten: Die UBS, hier die Fahne mit dem Logo vor einer Filiale, nimmt durch die Herabsetzung der Kreditwürdigkeit nicht nur Schaden.
Keystone

Noch im Dezember 2007 hatte die Grossbank bei der Agentur Fitch das zweitbeste Rating AA. Dann, im Zuge der Milliardenabschreiber wegen der US-Hypothekenkrise, setzte der schrittweise Abstieg ein. Am Donnerstagabend landete die UBS bei Fitch auf A, was noch die sechstbeste Note ist.

Auch die beiden anderen grossen Ratingagenturen stuften die Grossbank seit dem Beginn der Finanzkrise mehrmals ab. Das Rating von Moody's für die UBS sank seit 2007 um drei Stufen auf Aa3, jenes von Standard & Poor's um zwei Stufen auf A .

Nach Bekanntwerden des durch einen Händler in London verursachten Milliardenverlusts Mitte September hatten beide Agenturen zudem eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit angekündigt. Sie erwägen momentan eine neuerliche Abwertung.

Fitch-Niveau nun stabil

Dennoch befürchtet Anleihenexperte Roman Sorg von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) keine schlimmen Folgen: «Ich glaube nicht, dass das Downgrading durch Fitch um nur eine Stufe an den Finanzmärkten hohe Wellen werfen wird.» Die UBS werde von Analysten sehr stark durchleuchtet und die Märkte hätten ein relativ genaues Bild von der Bank, sagte er.

«Es ist nur eine von drei Agenturen, welche die UBS herabgestuft hat», so die Einschätzung des Experten. Zudem werde der Ausblick von Fitch auf dem Niveau von A nun als stabil erachtet.

Banken unter Druck

Im Moment winkt wegen der drohenden Bankenkrise vielen Banken eine Herabstufung. Hintergrund sind neben der Schuldenkrise vor allem in der Euro-Zone und in den USA auch die stärkeren internationalen Banken-Regulierungsvorschriften von Basel III beziehungsweise die «Too Big to Fail»-Debatte in der Schweiz.

Dies ruft laut ZKB-Experte Sorg die Ratingagenturen auf den Plan: «Die impliziten Staatsgarantien für systemrelevante Banken könnten - nach Umsetzung neuer Kapitalregulierungsvorschriften - durch die Ratingagenturen weniger stark gewichtet werden, was sich auf das Kreditrating auswirkt», sagte er.

Wesentlich positiver beurteilen die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit der Credit Suisse. Diese wurde vor der Finanzkrise noch von sämtlichen Agenturen tiefer bewertet als die grosse Konkurrentin UBS. Heute ist es genau umgekehrt.

Eine Abwertung musste die Credit Suisse einzig von Standard & Poor's hinnehmen. Das könnte sich allerdings ändern, denn gleichzeitig mit der Abstufung der UBS kündigte Fitch auch eine Überprüfung der zweiten Schweizer Grossbank an und stellte auch für sie eine Abwertung in Aussicht.

UBS schrammt an Verlust vorbei

Generell steigen die Kreditkosten für die Finanzierung über Anleihen eines Unternehmens am Markt, wenn das Rating sinkt. «Für die UBS dürften im Moment keine grösseren Probleme auftreten», ist sich aber Anleihenspezialist Roman Sorg gewiss.

Wenn die Kreditkosten steigen, wirkt sich dies paradoxerweise positiv auf den Gewinn aus. Die Schulden verlieren an Wert, was sich auf der Passivseite der Bilanz positiv auswirkt. Schon mehrfach hat die UBS in den vergangenen Quartalen von diesem legalen Kniff profitiert und erstaunlich hohe Gewinne ausgewiesen.

Auch im dritten Quartal, über das die UBS am 25. Oktober berichten wird und das vom Milliardenverlust und vom Rücktritt von Konzernchef Oswald Grübel erschüttert worden war, kann die UBS darauf zurückgreifen. Die Neubewertung der eigenen Schuldtitel wird das Ergebnis um rund 1,5 Milliarden Franken verbessern und die Grossbank wohl vor einem Verlust bewahren.

SDA/miw

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