Zum Hauptinhalt springen

«Wir haben keine Ambitionen, zu den fünf Grössten zu gehören»

Die Zeiten des Grössenwahns sind bei der UBS vorbei: Der interimistische Chef will die Investmentbank schnell auf ein erträgliches Mass reduzieren. Ausserdem kursiert eine weitere Version zu Grübels Abgang.

Will das Risiko bei der UBS in den Griff kriegen: Sergio P. Ermotti (rechts) und ein Gebäude mit dem UBS-Logo und einem Kunstwerk in London.
Will das Risiko bei der UBS in den Griff kriegen: Sergio P. Ermotti (rechts) und ein Gebäude mit dem UBS-Logo und einem Kunstwerk in London.
Reuters

Die Investmentbank der UBS, die in den letzten Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt hat, soll schnellstens auf die Bedürfnisse der anderen Bankabteilungen ausgerichtet werden. Das hat der Verwaltungsrat bereits mit der Mitteilung zu Oswald Grübels Rücktritt am Samstag angekündigt.

Der vorläufig eingesetzte Sergio Ermotti will nun in einem ersten Schritt die ganze Bank nach potenziell weiteren Risikopositionen abklopfen. Ausserdem hat er eine Schrumpfung des Problembereichs Investmentbank angedeutet. Analysten gehen laut dem «Wall Street Journal» davon aus, dass er gerade in dem Bereich Hunderte Investmentbanker entlassen dürfte, den Carsten Kengeter kräftig ausgebaut hat: in der Abteilung der Festverzinslichen (fixed income).

Konkurrenzfähige Bereiche wählen

Die UBS strebt mit ihrer Investmentbank demnach keine globale Führungsrolle mehr an: «Wir haben keine Ambitionen, zu den fünf Grössten zu gehören», sagt Ermotti der führenden US-Wirtschaftsseite. Die UBS werde die Bereiche wählen, in denen sie glaubwürdig der Konkurrenz die Stirn bieten könne.

Laut dem «Wall Street Journal» werden dies vor allem Produkte und Dienstleistungen sein, die die besten Kunden der Privatbank nachfragen. Die Superreichen in den aufstrebenden Märkten seien beispielsweise an Beteiligungen bei Börsengängen und komplexen Anlagevehikeln interessiert.

Grübel stellte Forderungen

Laut der «Financial Times», die sich auf zwei hochrangige UBS-Insider stützt, soll Oswald Grübel den Rückhalt des Verwaltungsrats als operativer Chef gehabt haben. In der Schweizer Sonntagspresse wurde dies zuvor bezweifelt.

Grübel habe sich vielmehr für den Rücktritt entschieden, weil der Verwaltungsrat an der Sitzung in Singapur nicht auf seine zwei Forderungen eingegangen sei. «Das brauche ich», habe Grübel gesagt. Erstens müsse der Verwaltungsrat sich zur UBS als Universalbank bekennen – also mit Investmentbank – und grünes Licht für die rasche Umsetzung von Grübels strategischer Vision geben.

Und zweitens müssten einige Verwaltungsräte abtreten. Vor allem habe Grübel auf einen vorgezogenen Amtsantritt des designierten Nachfolgers von Kaspar Villiger gepocht. Laut der «Financial Times» wollte Grübel Axel Weber schon im Frühling 2012 am UBS-Steuer sehen und nicht erst 2013. Diese Forderungen wollte der Verwaltungsrat nicht erfüllen. Grübel habe mit seinem Abgang die Konsequenzen gezogen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch