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Vernichtende Kritik an der Vorinstanz

Amag-Besitzer Martin Haefner hat diese Woche von der Finma die Bewilligung erhalten, die Stahlfirma Schmolz + Bickenbach zu sanieren. Haefner bringt dabei bis zu 325 Millionen Franken ein. Aber er hat Bedingungen gestellt: Vor allem will er den übrigen Aktionären kein Übernahmeangebot machen, obwohl er nach der Sanierung 37,5 Prozent der Aktien besitzt und laut Gesetz dazu verpflichtet wäre.

Viktor Vekselberg, mit 26 Prozent bisher der grösste Aktionär, hat sich erst dagegen gewehrt, sich dann aber vor 10 Tagen mit ­Haefner geeinigt. Die Übernahmekommission (UEK, Vorinstanz) hat Haefners Deal gestoppt, ein Entscheid, der von der Finma mit erstaunlich rüden Worten gekippt wurde. Die UEK hatte argumentiert, dass sich Haefner mit 33 Prozent zufriedengeben könnte. Dazu schreibt die Finma: «Die Annahme der Vorinstanz (…) lässt sich auf keine konkreten Indizien stützen und erscheint (…) wenig schlüssig.»

Hätte Haefner eine Übernahmeangebot machen müssen, wäre das auf 390 Millionen Franken gekommen. Die Aktien hätte er zum doppelten Preis des Börsenkurses kaufen müssen. Haefners Anwälte fanden das «absurd», die Finma schreibt: «Der Verweis auf ein früheres Kaufangebot (…) vermag dabei nicht zu überzeugen.»

Vekselberg wollte ursprünglich die Schmolz + Bickenbach selber sanieren, dazu schreibt die Finma: «Auch für die weitere (allgemeine) Annahme der Vorinstanz (...) findet sich in den Akten keine hinreichende Grundlage.» Geradezu vernichtend ist die abschliessende Anmerkung der Finma: «Insgesamt ist festzuhalten, dass die Vorbringen der Beschwerdeführer (…) im Wesentlichen überzeugend erscheinen, während sich die Argumentation der Vorinstanz vorwiegend auf wenig fundierte Annahmen stützt.»

Arthur Rutishauser

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