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Versicherer üben deutliche Kritik an Finanzaufsicht

Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) ist unzufrieden mit der Finanzaufsichtsbehörde Finma.

Die neuen Kapitalvorschriften des Swiss Solvency Test (SST) könnten den Versicherten und dem Finanzplatz Schweiz schaden, warnte SVV- Vorstandsmitglied Bruno Pfister. Pfister warnte davor, dass zu hohe Kapitalvorschriften den Kunden höhere Prämien bei Lebensversicherungen aufbürdeten, weil die Versicherer dann die Kapitalkosten weitergeben würden. Die Senkung von Garantien wäre ebenfalls ein unwillkommenes Szenario. Generell sei die Versicherungsbranche nicht gegen den SST, der die Risiken des Geschäfts besser darstelle, sagte Pfister. Die Kritik des SVV beziehe sich auf eine Reihe von Bestimmungen und Verfahrensweisen, die noch nicht endgültig festgelegt sind. Er hoffe, dass in den Gesprächen zwischen Branche und Finma im laufenden Jahr bedeutende Fortschritte erzielt würden. Weil das Regelwerk trotz voller Inkraftsetzung am 1. Januar noch ein Provisorium sei, wurde Pfister, hauptamtlich Konzernchef des Lebensversicherers Swiss Life, auch bezüglich der Umsetzung sehr deutlich: «Die Finma hat ihren Auftrag nicht erfüllt», sagte er am Freitag an der Jahresmedienkonferenz des SVV in Zürich. Bisher habe die Finma noch für kein Mitglied des SVV ein definitives Berechnungsmodell für die Kapitalausstattung bewilligt, wie eine aktuelle Umfrage bei den Versicherern gezeigt habe. «Die Finma hat den Prüfungsaufwand unterschätzt», sagte Pfister. Die Versicherer litten damit unter Planungsunsicherheit. Die Finma habe nicht nur den gesetzlichen Auftrag zum Schutz der Versicherten, sondern auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes. Falle der SST bedeutend strenger aus als das frühestens 2013 einzuführende vergleichbare Aufsichtsregime der EU, Solvency-II, werde dies zu «unakzeptablen» Wettbewerbsverzerrungen führen.

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