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WEF 2011 EU diskutiert über weiteres Geld für Athen zum Schulden-Aufkauf Kommissionssprecher: Eine von mehreren Optionen

Brüssel Die europäischen Staaten diskutieren die Vergabe weiterer Finanzhilfen an Griechenland, damit das hoch verschuldete Land einen Teil seiner eigenen Schulden zurückkaufen kann.

Dies sei eine von mehreren Möglichkeiten, die im Moment «auf dem Tisch» lägen und diskutiert würden. Entsprechende «Arbeitspapiere» seien an die Euro-Staaten übergeben worden, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag in Brüssel. Zuvor hatte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos gesagt, dass im Kampf gegen die Schuldenkrise der Euro-Länder über den Aufkauf von Staatsschulden durch den Euro-Rettungsfonds (EFSF) nachgedacht werde. Griechenland nannte sie dabei jedoch nicht ausdrücklich. Teilverzicht der Gläubiger Das hoch verschuldete Griechenland musste im vergangenen Jahr bereits mit internationalen Hilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden. Sollte Griechenland mit Geld aus dem EFSF Schulden zurückkaufen, würde es zwar mehr Schulden bei dem Rettungsfonds haben, aber weniger am Finanzmarkt. Zudem würde Athen für seine Schuldtitel den derzeitigen Marktwert zahlen, der im Moment um rund 30 Prozent unter dem Nennwert seiner Anleihen liegt. Die Gläubiger müssten dabei auf einen Teil ihrer Gelder verzichten. Dem Rückkauf von Staatsanleihen mit einem Abschlag zum Nennwert steht Athen positiv gegenüber: «Das ist eine Idee, die diskussionswürdig ist», sagte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou gleichentags am WEF: «Um das tun, braucht man Geld.» Papandreou will Schulden zahlen Am Vortag hatte der griechische Premierminister Giorgos Papandreou am WEF ausgeschlossen, dass die griechischen Staatsschulden verspätet oder nur teilweise beglichen würden. Griechenland werde den Verpflichtungen gegenüber Privatgläubigern nachkommen und die Schulden nicht restrukturieren. Hingegen verlängerten der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU ihre Kredite für Griechenland. Die Bedingungen dafür würden diskutiert. Der Euro-Rettungsfonds mit Sitz in Luxemburg wurde nach dem Beinahe-Staatsbankrott von Griechenland im vergangenen Frühjahr ins Leben gerufen. Die Euro-Länder stellen 440 Milliarden Euro an Kreditgarantien bereit, um angeschlagenen Euro-Ländern im Notfall unter die Arme greifen zu können. Dazu kommen 60 Milliarden Euro der EU-Kommission und weitere 250 Milliarden Euro des Internationalen Währungsfonds (IWF). Als erster Staat musste Irland im vergangenen Herbst den Fonds in Anspruch nehmen.

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