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Welche Adresse muss ich dem Arbeitgeber angeben?

Über persönliche Daten von Arbeitnehmern in der Schweiz.

Andrea Fischer
Wer eine Adresse angibt, unter der er sich nur sporadisch aufhält, riskiert, eine allfällige Kündigung per Post nicht rechtzeitig zu Gesicht zu bekommen. Foto: Keystone
Wer eine Adresse angibt, unter der er sich nur sporadisch aufhält, riskiert, eine allfällige Kündigung per Post nicht rechtzeitig zu Gesicht zu bekommen. Foto: Keystone

Ich habe zwei verschiedene Wohnsitze. Nun habe ich mich gefragt, ob es eine gesetzliche Bestimmung gibt, welche Adresse ich meinem Arbeitgeber angeben muss. In Deutschland, wo ich herkomme, gibt es keine Vorgaben. Doch existieren mehrere Gerichtsentscheide, wonach Arbeitnehmende für ein allfälliges Kündigungsschreiben erreichbar sein müssen. Wie sieht die Rechtslage in der Schweiz aus?

Es gibt auch in der Schweiz keine Bestimmungen, welche diese Frage regeln. Im Grunde geht es bei der Adresse um persönliche Daten. Und da sagt das Gesetz, dass die Arbeitgeberin von ihren Mitarbeitenden nur solche Daten erheben darf, die deren Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder die zur Durchführung des Arbeitsvertrags erforderlich sind. Auch die Adresse der Mitarbeitenden gehört zur Durchführung des Arbeitsvertrags. Namentlich – wie Sie erwähnen – für den Fall einer Kündigung, weil da Fristen einzuhalten sind.

Dabei ist es vor allem im Interesse des Arbeitnehmers selber, der Arbeitgeberin eine Adresse zu hinterlassen, unter der er kurzfristig erreichbar ist. Wer eine Adresse angibt, unter der er sich nur sporadisch aufhält, riskiert, eine allfällige Kündigung per Post nicht rechtzeitig zu Gesicht zu bekommen. Dann könnte sich der betreffende Arbeitnehmer nicht auf den Standpunkt stellen, die Kündigung sei ungültig, weil sie zu spät eingetroffen sei.

Das Gesetz schreibt jedoch für Kündigungen keine bestimmte Form vor. Ist auch im Arbeitsvertrag nichts explizit dazu vereinbart, kann eine Kündigung auch auf andere Weise, per E-Mail oder mündlich, erfolgen. In vielen Firmen findet mittlerweile ein Grossteil der Kommunikation zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden elektronisch und nicht mehr per Brief statt.

Dennoch hat die Arbeitgeberin nach Ansicht von Rechtsexperten ein berechtigtes Interesse daran, zur Abwicklung von administrativen Belangen über eine aktuelle Adresse ihrer Mitarbeitenden zu verfügen.

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Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

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