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Zinsschritt der SNB dürfte weiter auf sich warten lassen Vorausbericht

Der seit langem erwartete Zinsschritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) dürfte auch an der nächsten Sitzung am Donnerstag ausbleiben.

Der starke Franken gibt nach Einschätzung von Experten der SNB kaum Spielraum. Noch vor einigen Wochen hatten die meisten Ökonomen fest mit einen Zinsschritt an der Juni-Sitzung gerechnet, insbesondere nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im April mit einer Leitzinserhöhung vorangegangen war. Das Zinsniveau sei für die Stärke der hiesigen Wirtschaft zu tief, waren die Experten einhellig der Meinung. Doch der anhaltend starke Franken macht der SNB und den Experten einen Strich durch die Rechnung. Grund für die Frankenstärke sind die andauernde Unsicherheit um die hochverschuldeten Euro- Mitgliedsländer und insbesondere die Diskussionen um einen Schuldenschnitt für Griechenland. Der Franken gilt weiterhin als sicherer Hafen. Die mit einem Zinsschritt einhergehende weitere Aufwertung des Frankens wird die Notenbank der geplagten Schweizer Exportindustrie derzeit nicht zumuten wollen. Zwar hielten sich die Ausfuhren in den ersten Monaten des laufenden Jahres auf einem hohen Niveau, die Exportbranche musste aber schmerzhafte Abstriche - etwa durch Margenkürzungen - in Kauf nehmen. Somit wird allgemein erwartet, dass die SNB nun schon das zehnte Quartal in Folge das Ziel für den Dreimonats-Libor in einer Bandbreite zwischen 0 und 0,75 Prozent belässt, wobei sie weiter einen Wert von 0,25 Prozent anzielt. Experten rechnen erst wieder im Herbst mit einer möglichen Zinserhöhung. Doch auch darin sind sich nicht alle Beobachter einig. Die Ökonomen der Credit Suisse wie auch der ZKB haben ihre Erwartung für eine erste SNB-Zinserhöhung mittlerweile bereits auf den Dezember 2011 hinausgeschoben. Begründet wird dies unter anderem mit den jüngst neu aufgetauchten Unsicherheiten in der Weltkonjunktur. Uneinigkeit über Inflationsgefahr Aus langfristiger Sicht sollte die SNB die Zinsen erhöhen, um einer Inflationsgefahr und einer drohenden Immobilienblase entgegenzuwirken. Wie dringlich eine Zinserhöhung angesichts der guten Konjunkturlage und des auf Hochtouren laufenden Immobilienmarktes sind, darüber sind sich die Experten allerdings ebenfalls nicht ganz einig. «Wir sehen derzeit wenig akuten Handlungsbedarf für die SNB», sagte etwa CS-Experte Daniel Heller dem Finanznachrichtendienst AWP. Insbesondere seien die Inflationsraten noch immer sehr niedrig. Der Schweizer Wirtschaftsdachverband economiesuisse sieht aufgrund der höheren Inflationsaussichten für 2013 Handlungsbedarf. Das Zielband für den Libor müsse nach oben angepasst werden. Wegen der Dollar- und Euroschwäche werde die Nationalbank die Zinsen indes nur langsam erhöhen können, teilte economiesuisse vergangene Woche mit. Auch UBS-Chefökonom, Daniel Kalt, sagte gegenüber AWP, die Inflation werde in der Schweiz zu einem Thema. Derzeit seien die Raten zwar noch moderat, aber auch die Inflationsprognose der SNB zeige klar nach oben. Zudem dämpfe derzeit der starke Franken die Teuerung: Schwäche sich die Schweizer Währung aber wieder ab, falle dieser Effekt weg.

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