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Ermittler vernehmen Raiffeisen-CEO Patrik Gisel

Im Fall Vincenz befragte die Staatsanwaltschaft Zürich den Raiffeisen-CEO sowie den langjährigen Finanzchef Marcel Zoller.

Patrik Gisel, der Chef der Raiffeisen-Gruppe, an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich am 2. März 2018. Foto: Walter Bieri (Keystone)
Patrik Gisel, der Chef der Raiffeisen-Gruppe, an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich am 2. März 2018. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Der amtierende Raiffeisen-CEO Patrik Gisel hatte am Freitag einen Termin im Zürcher Kreis 3: Er musste der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte Fragen zum Fall Vincenz beantworten. Gisel wurde als «Auskunftsperson» einvernommen – ein Zwischending zwischen Angeschuldigter und Zeuge. Das berichtet der Finanzblog Inside Paradeplatz.

Ermittler greifen zu diesem Mittel, wenn noch nicht abschliessend geklärt ist, ob jemand selbst in den Fokus einer Untersuchung kommen könnte oder «nur» Zeuge ist, dem nichts vorzuwerfen ist. Auch Ex-Finanzchef Marcel Zoller erhielt ein Aufgebot zur Befragung als Auskunftsperson, die bereits am letzten Donnerstag stattgefunden haben soll.

CEO Patrik Gisel befindet sich in einer heiklen Lage. Die Frage stellt sich, inwiefern er über Transaktionen im Bild war, an welchen sich der langjährige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz heimlich beteiligt haben soll. Vincenz und sein Berater Beat Stocker befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Der Verdacht dreht sich unter anderem um den Kauf der KMU-Plattform Investnet; der Vorwurf steht im Raum, Vincenz habe sich mithilfe von Stocker heimlich an der Gesellschaft beteiligt – und so an der Transaktion mitverdient. Vincenz bestreitet das.

Diverse Alarmzeichen

Patrik Gisel war nahe an Investnet dran, er amtete von 2012 bis 2015 als deren Verwaltungsratspräsident. Er betont, von einer möglichen heimlichen Beteiligung Vincenz’ nichts gewusst zu haben. Es gab indessen verschiedene Alarmzeichen – etwa auffällige Geldzahlungen zwischen Vincenz und seinem Berater Stocker, die Inside Paradeplatz bereits 2016 öffentlich gemacht hatte. Auch über eine Minderheitsbeteiligung Stockers an Investnet wusste Gisel Bescheid. Was genau machte der heutige Raiffeisen-Chef mit diesen Informationsbruchstücken? Welche Abklärungen veranlasste er? Fragte er nach? Wurde er angelogen? Solche Fragen musste der Raiffeisen-Chef den Zürcher Ermittlern beantworten.

Eine Raiffeisen-Sprecherin bestätigt die Einverahme des CEOs auf Anfrage. Sie betont, gegen Patrik Gisel sei kein Strafverfahren eröffnet worden. Raiffeisen unterstütze die Behörden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Staatsanwaltschaft will sich zur Sache nicht äussern.

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