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Er kam als Geschäftsmann und ging als Mensch

Am Samstag gedachten Bundesräte und Prominente des 100. Todestages von Henry Dunant. Der Rot- Kreuz-Gründer galt als Visionär, der einen erstaunlichen Lebenswandel durchlief.

Der Begründer des humanitären Gewissens der Schweiz: Der Geburtsort von Henri Dunant an der Rue Verdaine in Genf.
Der Begründer des humanitären Gewissens der Schweiz: Der Geburtsort von Henri Dunant an der Rue Verdaine in Genf.
Keystone
Beim Übertritt der Bourbaki-Armee bei Les Verrieres NE im Februar 1871 stand eine Ambulanz mit dem Roten Kreuz bereit. Gute sieben Jahre nach der Annahme der Genfer Konvention unterstrich die Schweiz die von Henry Dunant aufgestellten Prinzipien.
Beim Übertritt der Bourbaki-Armee bei Les Verrieres NE im Februar 1871 stand eine Ambulanz mit dem Roten Kreuz bereit. Gute sieben Jahre nach der Annahme der Genfer Konvention unterstrich die Schweiz die von Henry Dunant aufgestellten Prinzipien.
Keystone
Der IKRK-Hauptsitz in Genf.
Der IKRK-Hauptsitz in Genf.
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Heiden im Kanton Appenzell Ausserrhoden hat am Samstag mit lobenden Worten seines berühmtesten Einwohners gedacht. Zum 100. Todestag des Rot- Kreuz-Gründers Henry Dunant (1828-1910) legten Vertreter des Roten Kreuzes, Politiker und Kulturschaffende Kränze nieder.

«Henry Dunant war ein Mensch, der die Welt verändert hat», sagte Bundesrätin Micheline Calmy-Rey an der Feier auf dem Dunant-Platz in Heiden. Die Aussenministerin würdigte den Humanisten, Visionär und ersten Friedensnobelpreisträger.

Prominenz ass Gerstensuppe

Dunant stammte aus Genf; seine letzten 23 Jahre verbrachte er im ausserrhodischen Heiden. Dort findet jeweils am 30. Oktober ein Gedenktag mit Fackelumzug und Gerstensuppe statt. Zum 100. Todestag bekamen auch die geladenen Gäste, darunter Bundesrat Hans-Rudolf Merz und der Schauspieler Walter Roderer, eine Gerstensuppe.

Henry Dunant, 1828 in Genf geboren, wurde im Alter von 31 Jahren in Solferino Zeuge des Kriegs und seiner grausamen Folgen. «Er traf auf ein Schlachtfeld mit 40'000 Toten und Verwundeten, kniete nieder und half, ohne zu fragen wem», sagte Calmy-Rey.

Dunant sei als Geschäftsmann gekommen und als Mensch gegangen, sagte die Bundesrätin. Zurück in seiner Heimatstadt Genf regte der junge Dunant die Gründung einer Hilfsgesellschaft an, die in Kriegen Verwundete durch Freiwillige pflegen lassen sollte.

Die Idee stiess in Europa auf grosses Interesse und führte zur Gründung des Roten Kreuzes sowie zur Unterzeichnung der ersten Genfer Konvention im Jahr 1864.

Friedensnobelpreis

1887 liess sich der Rot-Kreuz-Gründer in Heiden AR nieder, körperlich und psychisch angeschlagen. Dank der Hilfe von Freunden raffte er sich auf und schrieb seine Memoiren. Verschiedene Publikationen brachten Dunant öffentliche Anerkennung. 1901 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen.

Dunant starb am 30. Oktober 1910. Er wurde im Friedhof Sihlfeld in Zürich beigesetzt. «Sein Grab wird täglich von vielen Menschen aus aller Welt besucht», sagte Corinne Mauch, Stadtpräsidentin von Zürich.

Kränze niedergelegt

Nach den Reden legten die Bundesräte Calmy-Rey und Merz sowie Vertreter des Kanton Appenzell Ausserrhoden, der Gemeinde Heiden, befreundeter Rotkreuz-Vereine und des Dunant-Museums Kränze an der Dunant-Gedenkstätte nieder. Von feierlicher Musik begleitet erwiesen Fahnenträger dem Rot-Kreuz-Gründer die Ehre.

SDA/mrs

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