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Kulturvernichtung als Waffe

Der IS bedroht die antike Ruinenstadt Palmyra. Die Zerstörung von Kulturgütern hat eine lange Tradition – in allen Kulturen.

Steht seit 2000 Jahren, vielleicht nur noch einige Tage: der Baal-Tempel in Palmyra. Foto: Youssef Badawi (Keystone)
Steht seit 2000 Jahren, vielleicht nur noch einige Tage: der Baal-Tempel in Palmyra. Foto: Youssef Badawi (Keystone)

Die Vandalen haben es nicht verdient, für den Begriff der sinnlosen Zerstörung herhalten zu müssen. Ihre Plünderung Roms 455 soll, glaubt man den Historikern, auf geordnete Weise geschehen sein: Abtransport wertvoller Güter, Verschonung der Einwohner, keine Verwüstungen, eben kein Vandalismus.

Dieser ist indes, auch wenn er unter falscher Flagge segelt, ein steter Begleiter der Weltgeschichte. Ägyptische Pharaonen tilgten Namen und Bauten unliebsamer Vorgänger, Calvinisten und Zwinglianer verbrannten Heiligenbilder, die französischen Jakobiner schlugen den Königsstatuen von Notre-Dame erst die Kronen von den Häuptern, dann die Häupter selber ab, schliesslich häuften sie die Statuen hinter dem Chor auf und nutzten sie als öffentliche Latrine.

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