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Nicht Moses teilte das Meer

Es ist eines der berühmtesten Wunder der Bibel: Das Meer teilt sich vor Moses und seinen Leuten und ermöglicht die Flucht vor den Ägyptern. Forscher haben nun herausgefunden, wie dies tatsächlich möglich ist.

Klimaforscher erklären das biblische Wunder mit dem Wind: Charlton Heston als Moses in «Die zehn Gebote» (1956).
Klimaforscher erklären das biblische Wunder mit dem Wind: Charlton Heston als Moses in «Die zehn Gebote» (1956).

Die Flucht der Israeliten durch das Rote Meer beim Auszug aus Ägypten ist eine Schlüsselszene der Bibel. Die als göttliches Wunder beschriebene Teilung der Wassermassen hält durchaus auch einer wissenschaftlichen Prüfung stand: Wie US-Klimaforscher im Online-Journal «PLoS One» berichten, konnten starke Ostwinde in der Region tatsächlich zeitweilig eine breite Furt freilegen. Möglich war dieses Szenario allerdings nicht im Roten Meer, sondern nördlich davon im Nildelta nahe der Mittelmeerküste.

Es ist eines der berühmtesten in der Bibel beschriebenen Wunder: Beim Auszug aus Ägypten versperrt das Rote Meer den von den Truppen des Pharaos verfolgten Israeliten den Fluchtweg. Daraufhin kommen in der Nacht starke Ostwinde auf, teilen die See und ermöglichen den Fliehenden den Zug durch das Meer. Die Verfolger dagegen ertrinken unter den zurückströmenden Wassermassen.

Ostwinde können trockene Passage freilegen

Mit Satellitenaufnahmen und archäologischen Daten orteten Wissenschaftler des Nationalen Zentrums für Atmosphärenforschung (NCAR) der Universität von Colorado in Boulder eine mögliche Stelle für das wundersame Naturspektakel. Demnach könnte sich das Szenario vor 3.000 Jahren im Nildelta nahe der Stadt Port Said abgespielt haben. Dort mündete damals vermutlich ein etwa zwei Meter tiefer Nil-Arm in einem langgezogenen Bogen in eine Küstenlagune, den See von Tanis.

Den Berechnungen der Forscher zufolge konnten an dieser Biegung Ostwinde einer Stärke von etwa 100 Stundenkilometern binnen zwölf Stunden eine trockene Passage freilegen. Diese etwa vier Kilometer lange und fünf Kilometer breite Furt war der Studie zufolge für rund vier Stunden begehbar. Beim Nachlassen des Sturms konnten die Wassermassen demnach recht abrupt zurückkehrten.

Das Wunder doch nur ein physikalisches Gesetz?

«Die Menschen waren von der Geschichte des Exodus immer fasziniert und fragten sich, ob sie auf historischen Fakten beruht», sagt Studienleiter Carl Drews. «Die beschriebene Teilung des Wassers basiert tatsächlich auf physikalischen Gesetzen und lässt sich mit Hilfe der Flüssigkeitsdynamik verstehen.»

dapd/ske

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